DVD schlägt Audio-CD

Während die Plattenfirmen über Umsatzeinbrüche klagen, feiert eine verwandte Branche ungeahnte Erfolge: Die Filmstudios vermelden Rekordumsätze beim DVD-Verkauf. Ob manch ein Konsument mittlerweile den Film mit Soundtrack dem Soundtrack zum Film vorzieht?

Rechtzeitig zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts berichtet die in Los Angeles ansässige DVD Entertainment Group von Rekordumsätzen. Insgesamt 153 Millionen DVDs wurden im dritten Quartal dieses Jahres in den US-Handel ausgeliefert - doppelt so viel wie im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Insgesamt erreichten dieses Jahr schon mehr als 425 Millionen DVDs den Handel. Das entspricht fast 50 Prozent aller jemals verkauften DVDs. Damit verdankt die Filmwirtschaft der Silberscheibe rund 4,3 Milliarden Dollar Einnahmen im dritten Quartal dieses Jahres.

Mehr als 18 000 verschiedene Filme und Musikvideos sind mittlerweile auf DVD erhältlich, jeden Monat kommen rund 100 Neuerscheinungen hinzu. Insgesamt wurden mittlerweile rund 45 Millionen DVD-Player verkauft - die zahllosen DVD-Laufwerke in Playstations, Notebooks und PCs noch gar nicht mitgerechnet.

Gleichzeitig kämpft die Musikindustrie mit herben Umsatzeinbußen. Das US-Geschäft ist nach Angaben der IFPI im letzten Jahr um zehn Prozent eingebrochen, dieses Jahr geht es mit ähnlichem Tempo bergab. In Deutschland sehen die Zahlen vergleichbar aus. Schuld daran sind nach Angaben der Plattenfirmen CD-Kopiererei und Tauschbörsen.

Mit den neuesten Zahlen aus den USA könnte man aber auch auf den Gedanken kommen, Konsumenten würden ihr Geld ein diesen Tagen einfach anders anlegen. Zum Beispiel, indem sie sich statt eines Film-Soundtracks gleich den Film selbst auf DVD kaufen. Preislich macht dies oft kaum noch einen Unterschied. Zusätzlichen Druck könnten die Plattenfirmen durch die Ankündigung diverser großer Hollywood-Studios bekommen, die Preise für zahlreiche Filme auf DVD zu Weihnachten auf 10 Dollar abzusenken.

Die Plattenfirmen steuern dagegen derzeit in die entgegengesetzte Richtung. Möglichst schnell wollen sie die ungeschützte Audio-CD gegen Audio-DVDs oder Super Audio-CDs ersetzen. Die bleiben aber bisher wie Blei in den Regalen liegen. Kein Wunder, schließlich liegen die Preise hier mit 23-33 Euro mittlerweile weit über denen einer Video-DVD. (jr)
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