EFF gegen Kopierschutz-Lobby

"You buy it, you own it" - unter diesem Motto will die Electronic Frontier Foundation, die für die Freiheit des Internet kämpft, eine Kampagne für den Verbot von CD-Kopierschutzmechanismen starten. Dafür hat sie jetzt einen starken Partner gefunden.

Denn der niederländische Philips Konzern gilt gemeinsam mit Sony als Erfinder der CD und besitzt auch die Rechte an dem Begriff der Audio Compact Disk. Doch im Gegensatz zum japanischen Mulitkonzern hat Philips keine eigene Plattenfirma mehr, so dass die Interessen gegenüber dem ewigen Konkurrenten anders gelagert sind. Philips-Manager hatten in jüngster Vergangenheit die Entwicklung kritisiert, dass mehr und mehr Plattenfirmen ihre CDs mit einem Kopierschutz versehen. Damit soll das Problem des illegalen Musikvertriebs übers Internet an der Wurzel gepackt und ausgeräumt werden.
Die Argumente von Philips und EFF: eine CD ist eine CD. Kopierschutzmechanismen, die noch nicht einmal auf der Verpackung angekündigt werden und somit für den Käufer nicht einsichtig seien, seien deshalb eine Mogelpackung. Außerdem gefährde ein Kopierschutz das einwandfreie Funktionieren von CDs auf jedem beliebigen Gerät und könne auch mittelfristig zu größeren Problemen führen (wir berichteten).

Damit erhält die Internet-Bürgerrechtsorganisation überraschend Unterstützung aus der Industrie, die bisher einhellig an der Zukunft des Musikvertriebs mit Kopierschutztechniken strickte. Das Ziel der Kampagne ist, die Bezeichnung Audio CD für kopiergeschützte CDs zu verbieten, aufgrund der Verwechslungsgefahr für den Endverbraucher, der mit dem Erwerb einer CD auch davon ausgeht, diese für private Zecke vervielfältigen zu dürfen.

Philips Motivation ist auch einfach zu erklären. Der Konzern hofft auf neue Einnahmequellen durch Endgeräte, die CD Kopierschutzmechanismen einfach knacken können. Außerdem ist der Hardware Markt von MP3 Playern bis zu CD Brennern ein lukrativer Markt, der durch die massenhafte Verbreitung von kopiergeschützten CDs einzubrechen droht.

Die EFF hatte mit Hilfe des Princeton Professors Edward Felten gegen die Musikindustrie geklagt, war aber gescheitert. Felten hatte zuvor diverse Kopierschutzmechanismen der Industrie geknackt und seine Ergebnisse veröffentlicht. Danach sah er sich dem massiven Druck der Musikindustrie ausgesetzt, die seiner Meinung nach die Forschungsfreiheit auf diesem Gebiet einschränken wolle.

Der EFF ruft nun alle Internetnutzer und Musikhörer auf, Philips in seinem Kampf gegen den Kopierschutz zu unterstützen. Unter www.eff.org erhält man weitere Informationen zu diesem Thema und wie man sich als König Kunde in die zukunftsweisende Auseinandersetzung einmischen kann.

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