EFF macht mobil gegen Filesharing-Feinde

Der Electronic Frontier Foundation ruft als Antwort auf die angedrohten Klagen gegen Tauschbörsen-Benutzer in den USA zum aktiven Widerstand und zum massenhaften Filesharing auf. Nicht Tauschbörsen-Benutzer seien das Problem, sondern eine Industrie, die nicht mit den neuen technologischen Möglichkeiten umgehen könne.

Seit über 10 Jahren tritt der EFF für die Demokratie im Internet ein. Statt technologische Entwicklungen zu verteufeln, macht sich die über Spendengelder finanzierte Organisation für die positive Entwicklung des Internet stark. Inzwischen ist die EFF der Hauptgegner der Musikindustrie, die momentan umfassende rechtliche Maßnahmen gegen Nutzer von Tauschbörsen plant. Mit der Aktion "Filesharing: It`s music to our ears" will die EFF nun weitere Unterstützer und Mitglieder gewinnen, die sich nicht mit den restriktiven Maßnahmen im Netz abfinden wollen, die demokratische Grundsätze auszuhebeln droht.

Statt die Tatsache zu feiern, dass sich im Internet inzwischen die größte Musiksammlung der Welt befinde, wolle die Musikindustrie seit drei Jahren die Entwicklung von P2P-Technologie aufhalten, so die EFF in ihrem Statement. "Weder userfreundliche Technologie noch der Wunsch der Musikhörer, möglichst einfach an Musik zu gelangen, ist verwerflich." Stattdessen kritisiert der EFF, dass es kein angemessenes System gebe, bei der sowohl die User einfach an ihre Lieblingsmusik gelangten, als auch die Musiker und Rechteinhaber angemessen vergütet würden.

Das sei die wahre Herausforderung, der sich die Musikbranche nun endlich widmen müsse, statt ihre Kunden wie Kriminelle zu behandeln.
Der EFF setzt sich aus Machern der Technologie- und Musikbranche zusammen. Unter anderem ist der ehemalige Grateful-Dead-Musiker John Perry Barlow einer der wichtigsten Köpfe des EFF. Mit seiner eigenen Band hatte er schon vor Jahrzehnten Musik über alternative Wege vertrieben und beispielsweise mit kostenlosen Konzerthappenings eine riesengroße Anhängerschaft gewonnen. (ur)

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