Ein Kult, keine Band

Die Hidden Cameras machen den Unterschied
“Awoo“. Was nach Wolfsgeheul klingt, ist zunächst mal der Titel des neuen Hidden Cameras-Albums. Tatsächlich singt Joel Gibb, Texter, Sänger und überhaupt Kern der Gruppe, vom abnehmenden Mond und Buckeln als Metapher des Lebens. Im Gespräch mit Tonspion stellt er klar: Wir sind ein Kult.

Der Folk Pop der Hidden Cameras hatte schon immer einen bedeutungsgebenden Tag. Auf den ersten beiden Alben der Gruppe aus Toronto hieß er ?queer?. Das englische Wort umschreibt all das, was nicht aus der Sicht von Heterosexuellen gedacht und gelebt wird, sondern eben von schwulen, lesbischen, Bi- oder Transgender-Leuten. Joel Gibb hat sich immer offensiv als schwuler Musiker dargestellt. Jetzt aber möchte er das Thema wechseln, und so lenkt er in Texten und dem Artwork von ?Awoo? die Aufmerksamkeit auf spirituelle, besonders auf neo-heidnische Themen. Welche Wirkung der abnehmende Mond so hat, und außerdem von Buckeln, Knochen und Blut, davon handelt ?Awoo?. ?Die Hidden Cameras begreifen sich eben nicht als Band im klassischen Sinne, sondern als Kult?, merkt Gibb auf Nachfrage an.

Was ist der Unterschied? ?Manchnmal spiele ich allein, manchmal stehen 13 Leute als Hidden Cameras auf der Bühne?, so Gibb. ?Wir mögen es einfach, mit wechselnden Musikern zusammen zu arbeiten?. Die Tour zum Album kommt im Oktober nach Deutschland. Mit sieben bis acht Musikern sind die Hidden Cameras unterwegs, lassen sich aber gerne von Musikern vor Ort ergänzen. Und feiern angesichts des Knochenmannes: ?Wir sind ein Kult des Todes. Es ist gut, viele Fragen zu haben und den Tod zu zelebrieren. Warum das Leben feiern, ohne sich zu vergegenwärtigen, dass man stirbt? Erst diese Vergewisserung gibt all dem einen Wert.?
(cb)

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