EMusic und die MP3 Hamster

Das Problem hätten manche kostenpflichtige Musik-Anbieter im Netz gerne. E-Music musste einigen Abonnenten seines Musikdienstes kündigen. Weil sie zu viel heruntergeladen hatten. Jetzt musste sich die US-Firma bei zahlreichen Nutzern entschuldigen, die darüber aufgebracht waren.

"All You Can Download", so lautete das Angebot von E-Music an die Musikfans. Für 10-15 Dollar pro Monat öffnet E-Music sein Musikarchiv, das hauptsächlich mit alternativer Musik bestückt ist und bei dem man sich komplette Alben auf die Festplatte holen konnte. Doch offenbar nutzten einige Kunden dieses Angebot dermaßen aus, dass die Server von E-Music teilweise in die Knie gingen. Deshalb erhielten einige Kunden im Oktober die fristlose Kündigung, da diese "gegen die Bedingungen und den Geist" des Angebots verstießen, indem sie 2000 und mehr Stücke im Monat heruntergeladen hatten.
Nach Ansicht von E-Music hat diese Menge nichts mehr mit Musikgenuss, sondern mit Hamstermentalität zu tun. E-Music Chef Steve Grady verglich in einer E-Mail an die Kunden seinen Dienst mit einem "All You Can Eat"- Restaurant. Auch dort werden Gäste, die das Essen verschwenden oder in Busladungen nach Hause abtransportieren, nicht mehr bedient.
Nach unzähligen Beschwerden aufgebrachter User, die darauf verwiesen, dass E-Music mit "unbegrenzten Downloads" geworben hatte, musste E-Music einsehen, dass die harsche Kündigung für viele Kunden nicht nachvollziehbar war und macht nun einen Rückzieher. Die meisten Nutzer wurden wieder freigeschaltet, aber ermahnt auf die Nutzungsbedingungen zu achten, in der sich E-Music eine Kündigung wegen Missbrauchs seines Dienstes vorbehält.
E-Music hat derzeit rund 70 000 Abonnenten und war einer der ersten Dienste, die mit Verkauf von MP3s starteten und die Musik von mehreren Labels anbot. (ur)
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