Endlich enthüllt: Musik gefährlicher als Porno!

Der Tonspion Wochenrückblick
Wer im Internet nach Musik sucht lebt gefährlicher als einer, der das Netz nach Pornographie absucht. Bei Lala.com gibt’s Lala von Warner ohne Kopierschutz, einige Kommentatoren machen sich Gedanken um die Unsinnigkeit von DRM und mit imuse.tv startete diese Woche eine Website, die vornehmlich Musikvideos von Independentlabels im Angebot hat.

Endlich ist es raus, Generationen von Eltern wussten es schon lange, jetzt liefert eine Studie von McAfee den Beweis: Musik ist gefährlich! Zumindest die Suche nach Musikfiles im Internet führt in knapp jedem fünften Fall auf Websites, die Malware in Form von Werbung, Spam oder Spyware verbreiten. Im ach so verrufenen Pornogewerbe liegt die Quote der schwarzen Schafe deutlich geringer. Lediglich 9% der Suchergebnisse seien mit unerwünschten Programmen behaftet, wie die LA Times berichtete. Die weiteren Plätze unter den gefährlichsten Suchen im Internet belegen Gadgets und Desktop-Hintergründe. Doch die Studie förderte noch erstaunlichere Ergebnisse zutage: demnach ist die Suche nach Lindsay Lohan weniger gefährlich als die nach Britney Spears. Wir raten: Finger weg von beiden!

Das bisher vor allem als Tauschbörse für gebrauchte CDs in Erscheinung getretene Start-Up Lala.com hat diese Woche angekündigt, demnächst mit dem Verkauf des kompletten Onlinekatalogs von Warner zu beginnen. Ohne Kopierschutz wohlgemerkt. Offensichtlich hat die speziell entwickelte Software von Lala Warner überzeugt. Demnach sollen bei Lala gekaufte Titel nicht auf der Festplatte gespeichert werden können. Lediglich die direkte Übertragung auf den iPod oder das Brennen auf CD soll möglich sein. Die unliebsamen Begleitumstände sind jedoch die gleichen wie bei iTunes Plus. Jede der Files im AAC-Format wird mit dem Namen und der Email-Adresse des Käufers versehen.

Einige Experten machten sich diese Woche ihre Gedanken über das Für und Wider von DRM. Eben Moglen, Vorstandsmitglied der Free Software Foundation, bezeichnet DRM in einem ausführlichen Videointerview mit Golem.de als ?Unverschämtheit?. Bei Digital Music News macht Paul Resnikoff deutlich, dass DRM-frei für die Mehrzahl der User bedeutet, dass Files frei tausch- und verbreitbar sein müssen, vor allem wenn man dafür bezahlt hat, wie Jeremy Allsion auf ZD.net betont.

Bezahlt werden müssen auch die Musikvideo, die es bei imuse.tv gibt. Im momentan noch recht überschaubaren Angebot der Website findet man vor allem Videos von Kitty Yo und Four Music wie das wunderbare Dendemann-Video zu ?Dreieinhalb Minuten?. Bis zu 2,38 Euro muss man bei imuse.tv für ein Video berappen. Vorher gibt es lediglich kleine Ausschnitte zu sehen. Obwohl viele Musikvideos durchaus Schauwert haben, manche vielleicht sogar die Filmgeschichte nachhaltig beeinflusst haben möchten, Musikvideo sind in erster Linie Werbung. Und Werbung sorgt zumindest in den meisten Medien dafür, dass man für ein Angebot nicht bezahlen muss. Bei imuse.tv ist es genau umgekehrt. Verkehrte Welt! (fs)

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