Erste MP3 Partei gegründet

In England wurde in der vergangenen Woche die erste MP3 Partei für die kommende Wahl zugelassen. "Die Diskussion um Musik-Downloads ist kein wirtschaftliches Phänomen, sondern ein kultur-politisches", so lautet die Begründung von Parteiführer Fedorovsky zur Gründung seiner Partei.

Die Ziele der MP3 Partei klingen ziemlich gewagt und basieren auf einer mathematischen Theorie: da Systeme nicht mehr funktionierten, wenn sie zu komplex werden, tritt die MP3 Partei nun an, um die disfunktionalen politischen und sozialen Systeme konsequent zu vereinfachen.

Ein Slogan der Partei lautet: "Wählt uns und wir werden täglich eine Regel abschaffen, wöchentlich ein Gesetz aufheben, monatlich eine Subvention streichen und jährlich eine Steuer verwerfen." Das klingt simpel und revolutionär. Soll es auch. In einer Zeit, in der man per Mausklick zum Outlaw werden kann, indem man sich illegale MP3s aus dem Netz holt und diese Outlaws wiederum eine riesengroße, ständig wachsende Community darstellen, ist es vielleicht an der Zeit, einige grundlegende Fragen zu erörtern. Dafür gibt es nun auch ein politisches Sprachrohr.

Allerdings fordert die Partei in einem ersten Entwurf des Wahlprogramms unter dem Punkt "Law and Order" gleich noch die Todesstrafe wieder einzuführen und Häftlinge nach Russland abzuschieben, um Kosten einzusparen. Möglicherweise sollte die Partei als erstes bei sich selbst anfangen und einige völlig überflüssige Forderungen aus ihrem Katalog streichen? (ur)

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