Facebook schränkt Seiten weiter ein

Werbliche Beiträge von Seiten sollen künftig ausgeblendet werden

Bands und Labels nutzen häufig Facebook, um ihre Fans auf neue Alben oder Konzerte hinzuweisen. Das könnte bald nicht mehr möglich sein. 

Facebook schaltet die nächste Stufe seiner Radikal-Kapitalisierung

Facebook kündigt an, die Verbreitung von Nachrichten auf Seiten weiter einzuschränken. Vor allem Beiträge, die auf ein Produkt hinweisen, sollen den Nutzern ab nächstes Jahr gar nicht mehr angezeigt werden.

Begründet wird dieser Schritt vom Unternehmen damit, dass die Nutzer nicht durch übermäßig viel Werbung belästigt werden sollen. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass Facebook lieber mitverdienen möchte und Seitenbetreiber auf diese Weise zwingt, kostenpflichtige Anzeigen zu schalten, statt einfach nur seine Fans über neue Angebote zu informieren. 

Damit schaltet Facebook die nächste Stufe seiner Radikal-Kapitalisierung, denn bereits jetzt bekommen nur noch 2-10% der Fans die Inhalte einer Seite überhaupt zu sehen. Facebook definiert selbst, welche Posts zu sehen sind und welche nicht. Woanders würde man das "Zensur" nennen, bei Facebook nennt man es "social". 

Facebook lebt von Inhalten seiner Nutzer und lässt sie sich bezahlen

Der mediale Erfolg des alternativen werbefreien Social Networks Ello, müsste ein Schuss vor den Bug von Facebook gewesen sein, der deutlich machte, wie viele Menschen sehnsüchtig auf ein anderes, weniger geldgieriges Facebook warten.

Facebook lebt von den Inhalten, die Nutzer und Seiten kostenfrei bereitstellen - und lässt sich dann auch noch dafür bezahlen. Ohne ein Modell der Refinanzierung anzubieten, wie zum Beispiel Google Adsense. Eine Facebook-Anzeige bleibt für wenige Tage sichtbar und verpufft dann ins Nichts, genauso wie sämtliche Inhalte, die auf Facebook eingestellt werden.

Lasst die Finger von Facebook-Anzeigen

Künstlern und Labels empfehlen wir, die Finger komplett von Facebook-Anzeigen zu lassen und sich nicht durch das clevere Marketing von Facebook und den omnipräsenten "Bewerben"-Button dazu verleiten zu lassen, erst viel Geld zum Aufbau einer Fanbase auf Facebook zu investieren und dann auch noch dafür zu zahlen, diese Fanbase auf dem Laufenden zu halten. Damit betreibt man das Geschäft von Facebook - nur ohne Bezahlung. Stattdessen empfehlen wir den Aufbau der eigenen Künstlerseite und Newsletter, um seine Fans jederzeit direkt erreichen zu können - ohne dass Facebook die Hand dafür aufhält.

10 Tipps für bessere Online Promotion für Bands und Labels

Wie lange es Facebook geben wird, ist fraglich. Aber wir erinnern an MySpace, der Musikplattform, die innerhalb kürzester Zeit abgestürzt ist, weil sie sich nicht mehr um die Bedürfnisse ihrer Nutzer kümmerte, sondern nur noch um die Maximierung des Profits.

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