Facebook wird Musikanbieter

Kooperation mit Streaming-Service Spotify

Nach einem Bericht des Magazins Forbes will Facebook zum Musikanbieter werden. Bereits in wenigen Wochen soll der neue Service in Kooperation mit dem schwedischen Streaming-Dienst "Spotify" online gehen.

Spotify betreibt seinen Service in Skandinavien, Frankreich, Spanien und England bereits seit einigen Jahren erfolgreich und ermöglicht seinen Nutzern Musik online zu hören, ohne Tonträger oder Downloads kaufen zu müssen. Das Angebot wird über Werbung finanziert. Nutzer, die mehr als 10 Stunden Musik im Monat hören wollen, können aus zwei Abo-Paketen zum Preis von 5 oder 10 Euro wählen.

Ähnlich wird das Angebot wohl auch bei Facebook aussehen, wo der Dienst angeblich bereits in wenigen Wochen integriert werden soll. In Deutschland ist Spotify bisher nicht verfügbar, weil sich der Anbieter nicht mit der GEMA einigen konnte, die Gebühren für die Komponisten eintreibt, wo auch immer Musik gespielt wird. Diese seien in Deutschland viel zu hoch, beklagt Spotify, während umgekehrt die Musikbranche mit den erzielten Umsätzen über Streaming-Dienste wie Spotify notorisch unzufrieden ist. Ob es also das Angebot auch für deutsche Facebook-Nutzer geben wird, muss nun erst grundsätzlich geklärt werden.

Doch das dürfte Spotify nur am Rande interessieren, die Facebook-Kooperation bietet dem Dienst auf einen Schlag Zugang in fast jeden US-Haushalt und das dürfte vermutlich vor allem bei Apple die Alarmglocken klingeln lassen. In Schweden ist Spotify bereits ohne Hilfe von Facebook ein ernstzunehmender Musikanbieter und macht inzwischen angeblich mehr Umsatz als Apple mit seinem iTunes Store. Apple hatte im vergangenen Jahr den Streaming-Dienst Lala erworben und könnte also mit einem eigenen Abo-Angebot nachziehen. Allerdings warnte Apple-Chef Steve Jobs immer wieder davor, dass sich die Musikbranche mit Streaming-Diensten wie Spotify das eigene Geschäft ruinieren würde. Natürlich sind derartige Statements nie ganz uneigennützig.

Grundsätzlich stellt sich also nun die Frage, ob man Musik künftig tatsächlich überhaupt noch kaufen oder nur noch aus dem Netz streamen will. Angebote wie Spotify machen das Herunterladen und Archivieren von Musik nahezu überflüssig, andererseits setzen sie voraus, dass man ständig online ist und über eine gute, schnelle Internetverbindung verfügt. Doch die Zeit spielt für Spotify, schließlich werden die Leitungen immer schneller und besser und über ihre Smartphones sind bereits viele Menschen in den wichtigsten Musikmärkten pausenlos online.

Die Musikbranche muss nun ihr gesamtes Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellen und sich mit den neuen Anbietern einigen. Doch auch sie kann Druck ausüben, denn ohne Musik und aktuelle Hits, wäre das Angebot von Spotify am Ende selbst auf Facebook zum Scheitern verurteilt.

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