Fahr zur Hölle, DJ Bobo!

Der Tonspion Wochenrückblick
DJ Bobo bekommt PR-Schützenhilfe von Fundamentalisten, MySpace spricht jetzt auch deutsch und iTunes wird kundenfreundlicher. Der Tonspion Wochenrückblick.

Daran sollte sich das deutsche Publikum ein Beispiel nehmen: in der Schweiz wurden 50 000 Unterschriften gegen den Eurovision-Beitrag "Vampires are alive" von DJ Bobo gesammelt. Allerdings nicht, weil der Song unsagbar schlecht ist, sondern weil er einige ketzerische Sätze wie "Verkaufe deine Seele, vom Himmel zur Hölle, genieße die Fahrt" enthält.

Die Unterschriftenaktion ging von einer christlich-fundamentalistischen Partei aus, die ihrem Landsmann damit offenbar indirekte Schützenhilfe geben wollen. Britische Buchmacher führen den Song jetzt als Favoriten für den Grand Prix, denn Morrissey und Jarvis Cocker haben ihre Teilnahme an dem für England in den letzten Jahren desaströsen Wettbewerb abgesagt. Ex-Darkness-Sänger Justin Hawkins ist dagegen schon im UK-Vorentscheid rausgeflogen.

Viel interessanter ist da schon die Meldung, dass MySpace jetzt auch einen deutschen Ableger bietet und sich damit wahrscheinlich ordentlich mit der deutschen GEMA fetzen dürfte. Die versucht nämlich seit Jahr und Tag kostenlose Downloads faktisch zu verbieten, in dem sie hierfür keinerlei Tarife anbietet, was einheimische Musikanbieter seit Jahren vor erhebliche Probleme stellt. Wie MySpace mit diesem Problem umgehen wird, dürfte spannend zu beobachten sein.
Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass immer mehr Künstler und Labels nur noch über MySpace ihre Alben bewerben und damit das eh schon viel zu fette Musikmonster immer weiter aufblähen. Gerade so, als habe man aus den Zeiten des medialen MTV-Monopols nichts gelernt.

Apropos Monopol: iTunes hat jetzt endlich ein Einsehen mit Käufern, die sich ein komplettes Album kaufen möchten, einzelne Songs daraus aber schon heruntergeladen haben. Diese müssen ab sofort nicht mehr nochmals bezahlt werden, sondern werden beim Albumkauf verrechnet.

Und noch mehr News von Apple: das mit Spannung erwartete iPhone, das Rechner, Mobiltelefonie und Musikplayer in sich vereinen soll, kommt am 11. Juni 2007 in den USA auf den Markt. Voraussichtlich dürfte es dann gegen Weihnachten auch hier zu haben sein. Ob die angekündigte Revolution des Handy- und Audioplayer-Markts dann wirklich stattfindet wie von Apple angekündigt, wird abzuwarten sein. (ur)

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