Fairsharing gegen Gebühr

Die Forderung nach einer Kulturflatrate erhitzt die Gemüter
Mit einer GEZ-ähnlichen Gebühr fürs Internet könnte man sämtliche Tauschbörsen auf einen Schlag legalisieren. Das entgegnet zumindest die Initiative Fairsharing ihren Kritikern.

Auf der einen Seite fordert der Bundesverband der deutschen Musikindustrie unverändert, Nutzer von Tauschbörsen zu verfolgen und zu bestrafen. Dabei verkennt sie den technologischen Fortschritt genau so, wie die schwerwiegenden Konsequenzen dieses Ansinnens für eine demokratische Gesellschaft.

Auf der anderen Seite fordert ATTAC gemeinsam mit der Grünen Jugend und einigen Netzaktivisten, den neuen Technologien quasi einen Freibrief zu erteilen und über eine "Kulturflatrate", ähnlich einer Internet-Flatrate oder GEZ, die Rechteinhaber, also Musiker und Musikfirmen, genauso wie die Filmindustrie zu entschädigen. Egal, ob man nun Musik oder Filme aus dem Netz herunterlädt oder nicht.

Beide Forderungen klingen extrem, möglicherweise ist das aber zumindest ein erster Schritt, um sich dann irgendwann mal in der Mitte zu treffen und ein für alle Seiten positives Modell für die Zukunft des Musikvertriebs zu entwickeln. So darf die Initiative Fairsharing, der sich 66 Erstunterzeichner angeschlossen haben, darunter Musiker, Juristen, Politiker und Mitglieder des Chaos Computer Club, in erster Linie als politische Gegenbewegung aufgefasst werden, die einen freieren Umgang mit dem Netz einfordert.

Beide Positionen sind schwer umstritten und scheinen derzeit unvereinbar.
Die digitalen Möglichkeiten werden auch in Zukunft immer vielfältiger und lassen sich wohl kaum mehr durch Gesetze und Justiz aufhalten.
Ob am Ende tatsächlich der "Kulturflatrate"-Mann an der Haustür klingelt, um die Gebühren flächendeckend einzutreiben, wird sich jedoch in ein paar Jahren zeigen. (ur)

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