Filesharing nach Audiogalaxy - Teil 2

Keine Tauschbörse kann Audiogalaxy ganz ersetzen. Doch mit ein paar Tricks lassen sich die beliebten Funktionen der Galaxie auch in anderen Tauschbörsen nutzen. Und schon in den nächsten Monaten wird es auch wieder ein Netzwerk geben, dass uns einen riesigen Katalog durchsuchbarer Tracks anbieten wird.

KaZaA, Gnutella, WinMX - so richtig wird man als Audiogalaxy-Nutzer mit all diesen Tauschbörsen nicht glücklich. Das Angebot ist viel kleiner, die Raritäten fehlen irgendwie ganz - und wer will schon Musik downloaden, die es ganz umsonst auch im Radio gibt?

Audiogalaxys Geheimrezept für uns Nischenfreunde war der riesige Katalog. Darin speicherte die Tauschbörse nicht nur Dateien, die gerade online waren, sondern auch alle, die jemals online waren. Mehr als 300 Millionen verschiedene Titel sind so zusammengekommen. Tauschbörsen wie KaZaA oder WinMX können so etwas jedoch nicht anbieten, da sie dezentral funktionieren - oder doch?

Wie man Audiogalaxy auf die Dauer halbwegs ersetzen kann, machen uns interessanterweise die tauschenden Filmfans vor. Besonders beliebt unter Netz-Cineasten ist die Tauschbörse Edonkey 2000, und sie hat ein interessantes Feature: Da jeder Track individuell erfasst und mit einer Art Seriennummer (für alle Technikfreunde: es ist natürlich eine Checksumme) versehen wird, können Edonkey-Nutzer auch Infos über Filme austauschen, die gerade nicht online sind.

Besonders beliebt sind dafür Websites wie Sharereactor.com oder Share2k.org. Dort finden unzählige katalogisierte Filme mit "Links" zu den Downloads. Läuft der Edonkey erst einmal im Hintergrund, startet ein Klick auf einen solchen Link die entsprechende Suchanfrage und - wenn der Film grad online ist - auch den Download. Klingt fast wie Audiogalaxy, oder?

Das Problem ist allerdings, dass Edonkey tatsächlich ziemlich Film-spezifisch ist. Auf den einschlägigen Websites finden sich deshalb fast keine Verweise auf Musik. Oder nur auf solche, die kein Mensch hören will. Natürlich könnte man sich auch vorstellen, dass irgendwann mal jemand auf die Idee ankommt, derartige Link-Websites für interessantere Musik anzulegen ...

Noch eine Stufe weiter geht Bitzi.com. Diese Website hat sich vorgenommen, einen riesigen Katalog zu ziemlich aller im Netz herumgeisternden Filme, Musikdateien, Filme, Programme und Texte anzulegen. Bisher funktioniert Bitzi nur mit einem eigenen Tool namens Bitcollider, aber - und jetzt wird`s für Filesharing-Freunde interessant - in ein paar Wochen wird der Gnutella-Client Limewire mit Bitzi-Features ausgestattet. Dann lässt sich jede der bisher rund 417 000 Dateien des Bitzi-Katalogs über einen Mausklick im Gnutella-Netz suchen. Gut möglich, dass Bitzi ziemlich bald kräftig wachsen wird - und womöglich finden sich dann dort auch viele, viele musikalische Raritäten. (jr)

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