"Filesharing nicht per se schlecht"

EMIs neuer President Digital Business fordert neue Strategie
Douglas Merrill als CIO maßgeblich am Börsengang von Google beteiligt, wechselt Ende April den Job und heuert bei der EMI als President Digital Business an. Vorab verbreitet er gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian für die Musikindustrie erfrischend neue Ansichten zum Thema Filesharing.

Inzwischen hat sich auch bei EMI die Ansicht durchgesetzt, dass die Effekte von Filesharing und Peer-To-Peer-Netzwerken nicht per se schlecht und für den Niedergang der Musikindustrie in den letzten Jahren verantwortlich sind. Ähnliche Einsichten hatte vor kurzem auch eine Umfrage unter Schwedens Musikern hervorgebracht.

Merrill lehnt nicht nur die pauschale Verurteilung von Filesahring ab, er hält auch die bisherige Strategie der Musikindustrie für falsch, einzelne Filesharer zu verklagen: "It`s a poor business model to sue your customers. I don`t think that`s a sustainable strategy."

Darüber hinaus gesteht der ehemalige Google-Mann ein, dass die Musikindustrie immer noch nicht die richtigen Geschäftsmodelle gefunden hat und zahlreiche Experimente nötig sind:
"I think people will pay. There is evidence that people we think are not buying music are buying music. They`re just not buying it in formats we can measure."

Konkret will Merrill zunächst mit Werbe-finanzierten Downloads experimentieren. Viel Zeit wird ihm nicht bleiben, sollte sich der neue Downloadshop von Myspace als Erfolg erweisen, an dem die EMI als einzige Majorfirma (noch) nicht beteiligt ist.

Florian Schneider / Tonspion.de

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