Für immer 99 Cent?

Die Betreiber legaler Download-Shops rüsten für ein Leben nach dem 99-Cent-Modell
Der 99-Cent-Download sei bei weitem nicht das Maß aller Dinge. Diese Auffassung beginnt sich allmählich innerhalb der Musikindustrie durchzusetzen. Die Branche strebt deshalb eine Ausweitung der digitalen Angebotsvielfalt an. Abhilfe soll vor allem das aus der Filmindustrie bekannte „Windowing“ schaffen.

Derzeit ist der 99-Cent-Download das dominierende Modell bei legalen Download-Portalen wie iTunes und OD2. Das müsse sich aus Sicht der Labels ändern, berichtet das IT-Portal Cnet. Kein Wunder: War er früher das 18 Euro-Diktat, ist es heute das 99-Cent-Diktat. Einen wirklich freien Markt, in dem sich Preise zumindest innerhalb gewisser Grenzen frei bilden können, gab es weder früher im CD-Geschäft noch heute im digitalen Vertrieb.

?Windowing?

Wenn es nach Thomas Hesse, Präsident des Global Business bei Sony-BMG geht, soll es schon bald abgestufte Preismodelle geben. Die Palette der Angebote soll vom exklusiven Track-Release auf iTunes bis zur Klingelton-Verramschung reichen.

?Windowing? heißt schlicht und einfach, dass verschiedene Produkte nach einem Stufenplan zu verschiedenen Zeitpunkten gepusht werden. Als Vorbild für die Abfolge der Produkt-Releases stand die Filmindustrie Pate. Dort war es bis dato üblich, Kinostart, DVD-Release, Ausstrahlung auf Pay-TV und Free-TV nach einem strengen Ablaufschema erfolgen zu lassen. Allerdings wendet man sich ? zumindest in Hollywood ? zusehends ab von diesem System, sodass die verschiedenen Erscheinungstermine einander immer näher rücken. Schuld daran ist unter anderem der DVD-Boom.

Das von Hesse forcierte ?Windowing? stellt im Hause Sony-BMG so etwas wie das Gegenstück zur Preisoffensive auf dem klassischen CD-Markt dar. Seit ungefähr einem Jahr gibt es bei Sony-BMG bei wichtigen CD-Releases nämlich drei verschiedene Kauf-Versionen: die bedruckte CD ohne Cover für ? 9,99 Euro, das reguläre Album für ? 12,99 und die Luxus-Edition inkl. Bonus-Tracks und Video für ? 16,99. Das System, so heißt es zumindest seitens Sony-BMG, habe sich bewährt.

Ob abgestufte Preismodelle allerdings tatsächlich das sind, was sich Klein- und Kleinstlabels in ihrem Kampf gegen einseitige Preisdiktate vorstellen, ist mehr als nur zweifelhaft. (md)

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