GEMA erlaubt Künstlern kostenloses Streaming

Aber...

Es tut sich etwas bei der GEMA. Erstmals wird es den eigenen Mitgliedern (also den Komponisten) gestattet, auf ihrer Website eigene Werke kostenlos anzubieten. Allerdings nur zum Streaming und unter zahlreichen Auflagen.

Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) nimmt bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts die Urheberrechte von Komponisten wahr und soll dafür sorgen, dass bei jeglicher Nutzung von geschützten Werken Vergütungen an die Urheber abgeführt werden. Damit hat sich die GEMA einige Verdienste erworben und dafür gesorgt, dass Komponisten nicht mehr nur Knechte von Auftraggebern waren, sondern auch selbständig den Lebensunterhalt mit ihrer Kunst bestreiten konnten. So weit so toll.

Doch im Internet hat sich die GEMA bisher als unflexibler Koloss erwiesen, der der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung um Jahre hinterher hinkt. Vor allem kostenlose Downloads versucht die GEMA seit Jahren durch überzogene Tarife komplett einzudämmen. Bisher erfolglos.

Nun macht man zum ersten Mal einen kleinen Schritt in Richtung Zukunft. Komponisten dürfen zukünftig ihre Werke als Stream ins Internet stellen, ohne selbst dafür bezahlen zu müssen. Was eigentlich längst selbstverständlich sein sollte, wurde nun auf der Mitgliederversammlung der GEMA und im Jahre 10 nach der Erfindung von MP3 beschlossen. Allerdings wurden dieser Regelung zahlreiche Einschränkungen mit auf den Weg gegeben. So dürfe die Website des Komponisten keinerlei kommerzielle Zwecke - weder direkt noch indirekt - verfolgen. Und es dürfen keine Shopangebote oder Werbung auf der Seite zu finden sein. Doch welcher Künstler verkneift sich schon einen verkaufsfördernden Hinweis aufs eigene Werk auf seiner Homepage?

Ein weiterer einschränkender Absatz entzieht sich in seiner amtsdeutschen Formulierung allerdings dem normalsterblichen Leser endgültig.

Zitat:
"Wenn von einer allgemeinen Website Dritter oder eine kommerziellen Website Dritter (z.B. Internetmailordervertrieb) eine Verbindung auf Ihre Website mit der Eigenpräsentation Ihrer Werke möglich ist, die das Anhören erlaubt, ist die Lizenzierung und Vergütungszahlung vor der Einstellung der Werke auf Ihrer Website erforderlich."
Zitatende.

Abgesehen von der Frage, was wohl eine "allgemeine Website" genau sein mag, bleiben hier noch weitere Fragen offen.
In seiner Konsequenz würde dies nämlich bedeuten, dass jede Website, die von anderen Seiten verlinkt werden kann (also JEDE Website), weiterhin kostenpflichtig bleiben würde. Womit sich die gesamte Regelung wieder selbst überflüssig macht. Aber gut, dass wir darüber gesprochen haben.

Business as usual also bei der guten alten Tante GEMA. (ur)

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