GEMA für DJs: Das ändert sich ab 1.4.2013

DJs müssen einmalig 125 Euro für ihre Musikkopien zahlen

Der im Vorfeld bereits heftig umstrittene neue GEMA-Tarif für DJs VR-Ö wurde heute veröffentlicht. Das ändert sich für DJs ab dem 1.4.2013.

Der Tarif VR-Ö bezieht sich auf Kopien von Original CDs, Vinyl oder Downloads, die auf öffentlichen Veranstaltungen gespielt werden und wurde bisher per Pauschale mit den Veranstaltern und Clubs abgerechnet. Im Zuge der Verhandlungen um den ebenfalls umstrittenen neuen Veranstaltungstarif forderten die Musikveranstalter die Befreiung von dieser Pflicht. Nun geht die Verantwortung für die Anmeldung von Kopien von Musikdateien für die professionelle Nutzung bei öffentlichen Veranstaltungen also auf die DJs über.

Folgende Änderungen gelten ab 1.4.2013:

- Vergütung: Die Vergütung beträgt 0,13 EUR je Musikwerk, das zum Zwecke der öffentlichen Wiedergabe vervielfältigt wird.

Vervielfältigungen (Kopien), die einmal ordnungsgemäß lizenziert wurden, können zeitlich unbegrenzt für die öffentliche Wiedergabe genutzt werden.

- Bestehende Musikdatenbank: Vervielfältigungen, die vor dem 1.4.2013 vorgenommen wurden, können nachträglich über einen einmaligen Pauschalbetrag in Höhe von 125,00 EUR netto für alle Musikdateien lizenziert werden, sofern dieses bis zum 31.12.2013 erfolgt.

- Sicherungskopien: Die Herstellung von Back-ups ist nicht vergütungspflichtig. Erst wenn die Sicherungskopie zum Zwecke der öffentlichen Wiedergabe aktiviert wird, ist diese einmalig in Höhe von pauschal EUR 125,- (oder als Einzellizenz 0,13 EUR je Musikwerk) zu vergüten. Gleiches gilt für das Überspielen einer Musikdatenbank von einem Datenträger auf einen anderen.

- Gesamtvertragsnachlass: Die Mitglieder von Organisationen, mit denen die GEMA einen Gesamtvertrag für diesen Tarif geschlossen hat, erhalten einen Gesamtvertragsnachlass in Höhe von 20%.

Es gibt einen Fragenkatalog zum Tarif VR-Ö unter www.gema.de/vroe. Für Fragen rund um VR-Ö bietet die GEMA interessierten Nutzern eine Hotline an. Ab 18.03.2013 bis 22.03.2013 steht montags bis freitags von 15:00-17:00 Uhr ein Tarifexperte zur Verfügung unter Telefon: 0800 440 8000.

Quelle: GEMA

Wer nur mit Originalen arbeitet, also gekauften CDs, Vinyl oder MP3 oder auch Promos, braucht seine Musiksammlung nicht anmelden. Ebenso ausgenommen von dieser Regelung ist die Kopie für die private Nutzung.

Übrigens: Wer Musik aus dem Tonspion öffentlich auflegt, muss nach Einschätzung des Anwalts und Gema-Experten Stephan Benn ebenfalls keine Gema zahlen, außer er kopiert diese Originaldateien. Original und Kopie sind im digitalen Zeitalter - wie auch die GEMA weiß -  vollkommen identisch. 

Wichtig zu wissen: Die GEMA räumt in ihren FAQ zum neuen Tarif selbst ausdrücklich ein, dass sie Computer von DJs NICHT überprüfen darf. Selbst wenn sie Original und Kopie unterscheiden könnte, darf sie das rechtlich gesehen gar nicht erst versuchen. Insofern dürfte dieser Tarif vielmehr dazu dienen, eine juristische Lücke schließen, als DJs zu schikanieren. Man sollte also erstmal ganz gelassen bleiben, kein DJ wird aufgrund der neuen Tarife Pleite gehen.

Nachtrag: Die Gema hat auf ihrer Facebook-Seite heute zahlreiche Fragen zum neuen Tarif beantwortet. 

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