GEMA: Historische Neuerung für digitale Musik- und Onlinedienste

Hand in Hand

Wer sieht da noch durch? Jedes Land hat seine eigenen Lizensierungsrechte. Apple Music, Spotify und Co. waren gezwungen, die Rechte zum Bereitstellen von vielen Millionen Songs mit 27 einzelnen Verwertungsgesellschaften zu klären. Das hat seit heute ein Ende. Mit Gewinnern auf allen Seiten.

Jeder kennt sie, die meisten hassen sie und nur die Wenigsten blicken bei der ganzen Geschichte so wirklich durch. Die GEMA hat aus Sicht vieler netzaffiner Nutzer weitgehend etwa den gleichen Charme wie Godzilla. "Das sind doch die, die ständig meine Lieblingsvideos sperren". Dass das Humbug ist und sich die Youtube Sperre auch einfach umgehen lässt, haben wir bereits an anderer Stelle geklärt.  

Sie sind selten, aber es gibt sie: Positive News von und über die GEMA. Die deutsche Verwertungsgesellschaft verwaltet Nutzungs- und Aufführungsrechte von Komponisten, Textdichtern und Verlegern, die als Mitglied in ihr organisiert sind. Zusammen mit zwei weiteren Gesellschaften, PRS for Music (Großbritannien) und STIM (Schweden) haben sie jetzt nach fünfjähriger Arbeit ein einfaches, europaweit agierendes Lizenz- und Verarbeitungszentrum für den digitalen Musikmarkt namens "ICE" gegründet. Aber was heißt das?!

Der Musikmarkt ist zersplittert. Mehr als zwei Dutzend Verwertungsgesellschaften existieren in Europa. Durch dieses einheitliche System wird es für Apple Music, Spotify, Deezer oder jeden anderen Streamingdienst um ein vielfaches einfacher, nicht mit jeder Gesellschaft einzeln zu verhandeln. Stattdessen können die sich eine einzige, gebietsübergreifende Lizenz kaufen. "[...] wir reagieren damit auf die veränderten Marktbedingungen im Bereich der digitalen Musik- und Onlinedienste und die Bedürfnisse der Musikautoren und Verleger", sagte Gema-Chef Harald Heker auf der Pressekonferenz.

GEMA-Chef Dr. Harald Heker
GEMA-Chef Dr. Harald Heker

Für die Nutzer der Dienste wird sich nichts ändern. Für Musikschaffende sehr wohl: Geht es nach der GEMA und den Partnerunternehmen wird mithilfe der länderübergreifenden Datenbank eine schnellere, genauere und effizientere Lizenverarbeitung und Abrechnung gewährleistet. Den Musikern und Autoren werden zukünftig also schneller die jeweiligen Tantiemen für öffentlich gespielte, urheberrechtlich geschützte Songs ausgezahlt. Und vielleicht fällt ja dann irgendwann auch die lästige Gema-Sperre auf Youtube.

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