Gnutella: Die bewährte Alternative

Nach vier Jahren neue Nutzerrekorde
Gnutella ist eines der ältesten noch existierenden P2P-Netze. Erschaffen wurde es als Alternative zu Napster. Doch während die Mutter aller Tauschbörsen längst das zeitliche gesegnet hat, ist Gnutella nach mehr als vier Jahren munterer denn je.

Viel ist geschehen, seit im Frühjahr 2000 die erste Gnutella-Software im Netz veröffentlicht wurde: Napster wurde per Gerichtsentschluss geschlossen. Kazaa tauchte als neuer Star am Tausch-Himmel auf. Edonkey und Bittorrent etablierten sich als Netze für den Tausch großer Dateien ? sehr zum Ärger Hollywoods, das derartige große Dateien lieber auf DVD verkaufen würde. Die Musikindustrie begann in den USA und hier zu Lande mit dem Verklagen von Tauschbörsennutzern. Tauschbörsen-Anbieter mussten sich ebenfalls weltweit vor Gericht verantworten.

In all diesem Tumult schien Gnutella bisweilen ein wenig in Vergessenheit zu geraten. Der Grund dafür: Das ursprünglich von einem AOL -Angestellten entwickelte Tauschsystem wird als Open Source-Projekt weiterentwickelt. An stelle einer großen Firma stehen damit hinter Gnutella zahlreiche kleinere und mittelständische Programmierer. Einige davon entwickeln kommerzielle Gnutella-Versionen, andere veröffentlichen ihre Programme vollkommen frei im Netz.

Dieser dezentrale Ansatz hat dazu geführt, dass Gnutella kein koordiniertes Sprachrohr besitzt. Manchmal kommt es auch zu Unstimmigkeiten zwischen den einzelnen Programmier-Teams. Doch nach mehr als vier Jahren hat sich gezeigt, dass Gnutella gerade durch das verteilte Arbeiten zu einem erfolgreichen P2P-Netz geworden ist. Mittlerweile greifen rund um die Uhr mehr als eine Millionen Nutzer gleichzeitig auf das Gnutella-Netz zu. Verbesserte Such-Technologien und Multi Source-Downloading haben dazu geführt, dass Gnutella insbesondere beim Download kleinerer Dateien locker mit Kazaa konkurrieren kann.

Zu den beliebtesten Gnutella-Programmen gehört weiterhin die auch für Macs verfügbare Limewire-Software. Besonders nett: Limewire verzichtet mittlerweile auch bei seiner kostenlosen Programm-Variante komplett auf Adware. Ebenfalls werbefrei und empfehlenswert ist Shareaza, das zudem noch den Zugriff auf eine Reihe weiterer Netze (G2, Edonkey 2000, Bittorrent) ermöglicht. (jr)

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