Grauer Dienstag: Protest gegen EMI

Mehrere hundert Webseiten nehmen heute an einer Aktion organisierten zivilen Ungehorsams teil, um für eine Reform des Urheberrechts einzutreten. Den Anstoß dazu gab die vereitelte Veröffentlichung der CD "The Grey Album" des Hip Hop-Produzenten Danger Mouse.

Mehr als 180 Webseiten werden heute illegal MP3s zum Download anbieten, um damit gegen geltende Copyright-Gesetze zu protestieren. Allerdings wird es auf den Seiten nicht Christina Aguileras letzte Chart-Hits geben. Angeboten wird vielmehr das Grey Album ? ein Remix-Projekt, das seit seinem Erscheinen Mitte Januar weltweit Schlagzeilen gemacht hat. Produziert wurde das Grey Album von dem in Los Angeles ansässigen Hip Hop-Produzenten Brian Burton aka Danger Mouse.

Burton kombinierte dazu das legendäre ?White Album? der Beatles mit Jay Zs ?Black Album?. Das Resultat verbreitete er auf 3000 CDs unter dem Titel ?The Grey Album?, das er über lokale Plattenläden in Verkehr brachte. Bald bekam jedoch die Musikpresse davon Wind. So lobte der Rolling Stone das Mix-Album in höchsten Tönen. Das konnte wiederum auch der EMI nicht verborgen bleiben, in deren Besitz sich die Rechte für das Werk der Beatles befindet. Die EMI mahnte Burton ab und forderte ihn auf, alle verbliebenen Exemplare des Albums zu vernichten.

Diese Forderung gefiel den Musik-Aktivisten der Website Downhillbattle.org gar nicht. Kurzerhand riefen sie zum heutigen Online-Protest auf. "Der EMI geht es nicht um Tantiemen. Sie versuchen, ein Kunstwerk zu verbieten", so Downhill Battle-Aktivistin Rebecca Laurie. "Die Musikindustrie ist zu einer schwerwiegenden Bremse der Kreativität geworden. Es wird Zeit, dagegen Stellung zu beziehen."

Das wiederum gefällt der EMI überhaupt nicht. Am Montag schickte sie deshalb Briefe an zahlreiche Webseiten, die sich dem Protest angeschlossen haben und forderte diese auf, ihre Pläne zu verwerfen sowie "keine Beweisstücke zu vernichten, die in einem Prozess relevant sein könnten". Downhill Battle erklärte dazu, trotz der Drohungen weiter an seinen Plänen festzuhalten. Rund 100 Web-Anbieter haben zudem angekündigt, ihre Webseiten am Dienstag als Zeichen der Solidarität grau einzufärben. (jr)

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