Hingehört: R.E.M. - "Accelerate" (Pre-Listening)

Das neue Album vorab als Stream im Netz hören
"It`s the end of the world as we know it", sang Michael Stipe vor vielen Jahren in einem der berühmtesten R.E.M.-Songs. Das gilt offenbar auch für die Veröffentlichungspolitik der Band. Das neue Album ist zuerst bei zwei Online-Anbietern zu hören.

R.E.M. gehören zu den Bands, die immer mit den neuen Möglichkeiten im Netz experimentiert haben. Sie haben sehr früh ein MySpace-Profil eingerichtet und damit dem Social Network zu einigem Ansehen verholfen. Sie stellten ein komplettes Remix-Album kostenlos im MP3-Format ins Netz, als Geschenk an ihre Fans.

Für die Veröffentlichung des neuen Albums "Accelerate" hat man sich iLike und Facebook als Partner ausgesucht, die derzeit in den USA die meisten Musikfans erreichen. Dort kann man das Album drei Tage vor der offiziellen Veröffentlichung in gesamter Länge hören. Allerdings muss man sich mit dabei mit einer sehr mittelmäßigen Soundqualität zufrieden geben. Warum eigentlich? Gerade bei sehr mittenbetonter Gitarrenmusik vermantscht der Klang schlecht encodierter Audiofiles schnell zu einem ungenießbaren Soundbrei. Und das kann nicht im Sinne der Band sein.

Der erste Eindruck des Albums: R.E.M. geben entsprechend dem Albumtitel richtig Gas und kehren zurück zu ihren Wurzeln, als man sich noch nicht gemütlich in der Kuschelindierock-Ecke der Hall of Fame gemacht hatte. Das ist gut gemachtes Handwerk für Fans. Neue Fans wird man mit "Accelerate" wahrscheinlich nicht mehr dazu gewinnen. Dazu sind die Ingredenzien des typischen R.E.M.-Sounds zu wohlbekannt. Peter Bucks solide Gitarrenarbeit und Stipes unverwechselbar neurotischer Gesang machen Accelerate einfach nur zu einem weiteren guten R.E.M.-Album, das hervorstechende Hits wie "Losing My Religion" oder das oben genannte Stück allerdings vermissen lässt. Zudem ist eine Laufzeit von 34 Minuten für ein Album ein Rückschritt in die Zeit, in der Musik noch auf Vinylplatten gepresst wurde. Aber auch das ist sicher nicht das Ende der Welt, wie wir sie kennen.

Zum Album-Stream

Udo Raaf / Tonspion.de

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