Hingehört: Scarlett Johansson - Anywhere I Lay My Head

Jetzt singt sie auch noch!

Singende Schauspielerinnen, das spielt qualitativ meistens in der gleichen Liga wie schauspielernde Sängerinnen. Wieso sollte da Scarlett Johansson eine Ausnahme bilden? Weil sie den bessern Produzenten, die cooleren Gastmusiker und die schrägere Songauswahl hat? Oder weil man ihr seit "Lost in Translation" sowieso alles abnimmt?

Die Fakten: "Anywhere I Lay My Head" ist eine Sammlung von Tom Waits-Songs, die Scarlett mit einem eigenen Song namens "Song for Jo" aufgepimpt hat. Produziert wurde das Album, das am 16.05. erscheint, von TV On The Radios David Andrew Sitek, als Gäste treten unter anderem Yeah Yeah Yeahs-Gitarrist Nick Zinner und Sean Antanaitis von Celebration auf. Ganz schön indie, die Dame.

Die Musik: Scarlett Johanssons Stimme ist überraschend rauchig und dunkel und passt damit besser zu Tom Waits düsteren Balladen als man zunächst angenommen hätte. Gesanglich ist das ganze keine allzu große Herausforderung, was die Intensität angeht allerdings schon. Aber das weiß die hübsche Frau Johansson sicher selbst, vermeidet dabei aber jeden Anflug von nervigem Theatergesang.

Sitek hat dem Album zudem einen pompösen Sound spendiert, wie er einer Hollywood-Diva gebührt, greift aber zugleich in die Trickkiste und lässt Scarlett Johanssons Stimme von ganz weit hinten kommen. Fünf Songs aus dem Album, darunter "Falling Down" von Tom Waits Klassiker "Big Time" und den Titeltrack gibt es als Stream (Real Player / Quicktime / Windows Media) im Netz.

Stream

Florian Schneider / Tonspion.de

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