IFPI fordert Kopierverbot

Auch Netzradio-Aufnahmeprogramme im Visier
Die Deutschen Phonoverbände fordern eine massive Einschränkung des Rechts auf Privatkopie. So soll in Zukunft die Weitergabe einer kopierten CD verboten werden.

Phonoverbandsvorsitzender Gerd Gebhardt meldete sich diese Woche mit einer altbekannten Forderung zu Wort: ?Wir brauchen eine Einschränkung der massenhaften Musikkopien.? Neu sind allerdings die Details, die Gebhardts Verbände jetzt für den zweiten Korb der Urheberrechtsnovellierung vorgestellt haben.

So wollen die Phonoverbände erreichen, dass Konsumenten Privatkopien nur noch vom eigenen Original anlegen dürfen. Außerdem soll man in Zukunft nur noch für sich selbst kopieren dürfen, jedoch nicht mehr für Freunde oder Bekannte. Gebhardt dazu wörtlich: ?Die Regelungen der Privatkopie werden immer stärker ausgenutzt. Damit die Musikwirtschaft auch in Zukunft in funktionsfähigen Märkten agiert, ist eine Kopiererlaubnis auf die wirklich privaten Interessen zu begrenzen.?

Wie eng die Industrie diese ?wirklich privaten Interessen? definiert, zeigt sich nicht zuletzt an dem angestrebten Verbot einer Kopie für Dritte. Sollte sich die Industrie damit durchsetzen, dann dürften in Zukunft auch ganz persönliche Mix-CDs für den eigenen Freund oder die eigene Freundin illegal sein.

Bemerkenswert auch, dass die Industrie zudem die Aufnahme von Internet-Radiosendungen ?nur noch zum zeitversetzten Hören? gestatten will. Damit sollen Programme verboten werden, die ein automatisches Mitschneiden von Netzradios zum Anlegen einer Musiksammlung ermöglichen.

Derartige Programme sind nicht zuletzt durch die Klagen der Musikindustrie gegen Tauschbörsen-Nutzer immer populärer geworden. Software wie Audiojack oder der Stationripper ermöglichen die Aufnahme von MP3-Radiostationen Song für Song. Wer damit lang genug seine Lieblingsstationen aufnimmt, kann sich so eine beträchtliche Musiksammlung anlegen. (jr)

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