Im Bett mit Brigitte

Aktuelle Hendrix-Biographie geht mit der Legende hart ins Gericht
Jimi Hendrix gilt heute als der Rebell und Junkie schlechthin. Charles Cross, Autor der neuen Hendrix-Biografie „Jimi Hendrix – Hinter den Spiegeln“ schildert neue, bislang unbekannte Details und tut vor allem eines: sie rüttelt ganz heftig am Mythos.

Ins Bett nahm der Gitarrengott nicht nur die Gitarre, so viel steht fest. Zwei Tage sei er in Paris mit Brigitte Bardot in einem Hotel abgetaucht, erzählt die neue Biographie. Bardot leugnet bis heute. Nutzlos, meint Cross. Schließlich seien die beiden gleich bei mehreren Gelegenheiten öffentlich miteinander gesehen worden. Außerdem habe Hendrix mehreren Freunden gegenüber mit seinem Pariser Abenteuer geprahlt. Nur allzu verständlich!
Zu der Romanze soll es unmittelbar nach seiner Beteiligung am Vietnam-Krieg gekommen sein. Mit 18 nämlich war Hendrix in die Armee eingetreten, um der Verbüßung einer Haftstrafe wegen Autodiebstahls zu entgehen. Dann kam Vietnam. Laut Cross soll Hendrix den Einsatz mehrfach als ?gerechten Krieg? bezeichnet haben. Die Begeisterung hielt offenbar nicht allzu lange an: Um von der Armee loszukommen habe er mehrfach vor Soldaten onaniert und homosexuelle Neigungen simuliert. Dennoch, so Cross, sei die Anti-Kriegshaltung, die uns seit der legendär gewordenen Dekonstruktion der amerikanischen Nationalhymne in Woodstock 1969 vorschwebt, wenn wir an Hendrix denken, eine romantische Erfindung. Für ihn sei es damals ganz einfach eine unpolitische Fingerübung gewesen. Sollte Hendrix tatsächlich ein braver Patriot gewesen sein? (md).

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