Indie-Musik für Podcasts

Britische Indie-Labels lizenzieren erstmals Musik für das Internet-Radio
Paul Weller, Bloc Party, Stereophonics, The White Stripes, Franz Ferdinand und die Newcomer Arctic Monkeys - ihre Songs könnten schon bald auch in Podcasts zu hören sein. Denn die britische Indie-Vereinigung AIM vergibt als erster europäischer Interessensverband der Musikbranche Lizenzen für das zeitversetzte Online-Radio.

Damit will die Association of Independent Music (AIM) ihren Mitgliedern neue Einnahmequellen und Promotionmöglichkeiten erschließen. Die britische Podcasting-Lizenzen sind zunächst auf ein halbes Jahr beschränkt. Bei den Gebühren wird zwischen Privat- und Profi-Podcast unterschieden. Neben einer Grundgebühr werden gestaffelte Tantiemen fällig, die sich an der Anzahl der Hörer und der daraus generierten Umsätze orientieren. Die Vorsitzenden der britischen Indie-Vereinigung, Alison Wenham, ist davon überzeugt, das die Nachfrage nach den Abo-Radiolizenzen sich nicht auf das Vereinigte Königreich beschränken wird: "Wir hoffen mit den Podcasting-Lizenzen auf ein globales Interesse zu stoßen", sagte sie der "BBC".

Weil beim Podcasting Audiofiles nicht gestreamt, sondern im MP3-Format auf Computer und mobile Musikplayer heruntergeladen werden, sind auch die AIM-Lizenzen mit einigen Einschränkungen verbunden. So müssen die in den zeitversetzten Online-Radiosendungen verwendeten Songs am Anfang und am Ende mit kurzen Störgeräuschen versehen werden. Auch dürfen die Podcasts nur "am Stück" übermittelt werden. Damit soll verhindert werden, dass die Songs in Tauschbörsen auftauchen.

Bislang waren Musiklizenzen für Podcasts kaum zu bekommen. Pocasting-Produzenten mussten entweder Urheberrechtverstöße in Kauf nehmen oder sich aus dem umfangreichen Repertoire von Creative-Commons-lizenzierter Musik bedienen. Neben zahlreichen Netlabels bieten auch die Indie-Musikplattform Garageband und das Podsafe Music Network kostenlos Songs für das Internet-Abo-Radioformat an. (dax)

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