Instant Music mit AOL

AOL hat keine Angst vor Filesharing - so lange es über die eigenen Plattformen läuft. Auf der Branchenmesse Midemnet verkündete der Mediengigant jetzt, den hauseigenen AIM-Service zur Tauschplattform für Musik ausbauen zu wollen werden.

Instant Messaging gilt schon seit einer ganzen Weile als die Zukunfts-Technologie schlechthin. Millionen von Menschen nutzen es, um Online Kontakt zu ihren Freunden zu behalten. Bisher haben die großen Anbieter - AOL, Microsoft und Yahoo - allerdings noch kaum Geld mit dem Trend machen können. Außer ein paar Werbebannern nichts gewesen. Doch das könnte sich nun ändern: AOL plant offenbar, seinen AIM-Messaging-Dienst zu einer Online-Musikplattform auszubauen.

Demnach soll AIM in Zukunft Teil der Abo-Plattform Musicnet werden, an der AOL beteiligt ist. Man könne sich auch gut vorstellen, den Dienst an die Konkurrenz von Pressplay zu lizensieren, erklärte AOL Music-Manager Kevin Conroy am Rande der Midemnet gegenüber der Presse. Wann dies geschehen soll, ließ Conroy jedoch offen.

Angedacht wurde am Rande der Branchenmesse auch, die Messaging-Plattformen selbst zu Musikdiensten auszubauen. So war etwa von Tauschbörsen die Rede, ohne dass genauer ausgeführt wurde, wann und wie dies geschehen soll.

Der eigentliche Witz an diesem Trend ist, dass AIM & Co. schon heute zum Filesharing benutzt werden können. Alle großen Instant Messaging-Anbieter erlauben es ihren Nutzern, den eigenen Buddies einen kontrollierten Zugriff auf die heimische Festplatte zu ermöglichen. So können sich Musikfans mit genug Eigeninitiative schon heute zu virtuellen Tauschclubs zusammenschließen und munter Song um Songs von Festplatte zu Festplatte schieben. Auf einen Suchmechanismus nach dem Vorbild der großen Tauschbörsen müssen sie dabei allerdings verzichten. Genau diesen könnte AOL mit einem eigenen Musik-Service anbieten - allerdings dann wohl auch nur unter gesicherten, also kopiergeschützten Bedingungen. (jr)

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