Interview: Die Dreifaltigkeit des Jean-Benoît Dunckel

Air, Charlotte Gainsbourg, Darkel
Einen “Klang der Engel“ möchte er erschaffen. Jean-Benoît Dunckel zeigt im September auf seiner ersten Solo-Platte “Darkel“ und als Songwriter für Charlotte Gainsbourg, was er damit meint. Und im Dezember wird auch noch die neue Air fertig.



[Jean-Benoît, dein erstes Solo-Album ?Darkel? klingt tatsächlich dark, so als hättest du die Nacht vertonen wollen. Gleichzeitig wirkt es sehr lustig, wenn du wie ein Mädchen singst.]
Das passiert einfach, wenn ich so hoch singe. Es klingt einfach nach einem Mädchen. Vielleicht sollte ich einen Psychiater besuchen.

[Du hast es nicht absichtlich gemacht? Ich meine dieses übertriebene Lispeln.]
Naja, schon. Das Lispeln habe ich natürlich ausgereizt.

[Es gehört ja auch zu Air, diesen Übergang zu betonen zwischen Kindheit und Jugend.]
Ich wollte einen Angel Sound finden. Musik kommt aus dem Himmel. Wenn der Himmel existiert, gibt es dort auch Musik.

[Du weißt aber nicht, ob der Himmel existiert?]
Nein, das weiß ich überhaupt nicht. Ich wüsste es nur zu gerne.

[Könnte dieses Wissen nicht deine Musik gefährden?]
Klar, vielleicht würde ich dann bloß noch das Leben genießen. Doch Musik kann auf jeden Fall ein Interface sein zwischen dir und dem Himmel. Es ist eigentlich wie ein Gebet. Jeder meiner Songs ist ein Gebet.

[Was hat dich denn dazu gebracht, selbst zu singen, statt wie bei Air üblich mit professionellen Sängerinnen zu arbeiten?]
Ich habe ja die ganze Zeit über mit einer Sängerin zusammen gearbeitet ? Charlotte Gainsbourg. Tagsüber haben Nicolas Godin und ich Charlottes Album mit eingespielt. Abends habe ich an meinen eigenen Songs in meinem neuen, eigenen Studio gesessen. Ein ganz persönlicher Trip.

[Welche Rolle habt ihr für Charlotte Gainsbourg eingenommen?]
Wir haben die Musik ihres Albums ?5.55? geschrieben. Und ich habe alle Pianos eingespielt. Für mich war es die Gelegenheit, mein Klavierspiel zu verbessern.

[Wenn du jetzt gleich wieder eine Solo-Platte machen würdest, was würdest du ändern?]
Sehr vieles. Ich würde exzessiver klingen, bizarrer und unheimlicher.

[Und die neue Air-Platte?]
Die wird im Dezember fertig. Einige Songs klingen ziemlich Downtempo.

[Wie die von ?10.000 Hz Legends??]
Ja, ein bisschen, bloß leichter zu hören.


[Was hat Nicolas Godin gemacht, während du deine Platte aufgenommen hast?]
Mit Freunden abhängen, die Wohnung staubsaugen, keine Ahnung. Er hat jedenfalls keine Platte aufgenommen. Hahaha. So nah hocken wir doch nicht aufeinander.
(cb)

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