Interview: Wo steht der Tonspion 2009?

Diplomarbeit über Tonspion mit interessanten Erkenntnissen
Für seine Diplomarbeit hat der Münchner Marketing-Student Georg Nietsch den Tonspion unter die Lupe genommen. Seine Marketing-Analyse gibt interessante Rückschlüsse über die Zukunftsaussichten für unser Musikangebot. Wir haben ihn zu seinen Ergebnissen befragt.



Du hast Tonspion im Rahmen deiner Diplomarbeit analyisiert. Wie steht es denn um uns im Jahr 2009?

Kurz und knapp: ziemlich gut! Bei der Diplomarbeit ging es um eine Analyse von Tonspion aus Sicht des Marketings und ich habe während der Untersuchung kein anderes deutsches Online-Angebot gefunden, das mit euch wirklich vergleichbar gewesen wäre. Und ohne mit Marketing-Seifenblasen langweilen zu wollen: ich war echt überrascht wie professionell ihr arbeitet. Ich kenne nicht viele Special-Interest-Angebote, die so einen guten Job machen. Dazu kommt die Tatsache, dass ihr, trotz 10-jährigen Bestehens, immer noch enormes Potenzial habt, euch weiterzuentwickeln. Und das sind in meinen Augen wesentliche Punkte, die euch attraktiv genug machen, um den Markt weiter aufzumischen.

Wie kamst du eigentlich darauf, ausgerechnet Tonspion zu untersuchen?

Dass ich über etwas schreibe, das mit dem Internet zu tun hat, war mir ziemlich früh klar, da ich auch beruflich viel mit dem Web zu tun habe. Die Frage war nur worüber genau? Ich habe lange nach interessanten Seiten gesucht und bin irgendwie bei Tonspion hängen geblieben und dachte mir: das könnte interessant werden.

Du hast ja viele Daten und Fakten zur Online-Musikszene gesammelt, was war für dich die erstaunlichste Erkenntnis?

Das war wohl die Erkenntnis, dass der gemeine deutsche junge Internetnutzer selbst im Jahr 2009 noch immer nicht wirklich weiß, was im Netz legal und illegal ist und vor allem welche Möglichkeiten es mittlerweile gibt in Bezug auf gute kostenlose Musik im Web….und über youtube hinaus. Da ist weiter viel Pionierarbeit nötig.

Wie bewertest du die Konkurrenz der großen Social Networks für redaktionelle Angebote wie den Tonspion?

Ich denke, dass Social Networks keine Konkurrenz in dem Sinne sind, da die Leute sie mit einer ganz anderen Motivation nutzen. Der Grund, warum sich klassische Online-Werbung zum Beispiel auf Social Networks so schwer tut, ist, dass die User beim Besuch eine Art Scheuklappe aufhaben: sie kennen schon das Ziel ihres Besuches. Nämlich das Befriedigen von sozialen Bedürfnissen: Nachrichten checken, Status ändern, kurzer Chat, vielleicht noch einen Freund zu einer neuen Application einladen. Fertig. Alles, was links und rechts davon passiert, nehmen sie nur sehr eingeschränkt wahr. Wenn überhaupt. Dagegen fehlen diese Scheuklappen beim Besuch von redaktionellen Seiten wie Tonspion. Hier geht es mehr um das Entdecken der Seite: ich besuche tonspion.de, um zu schauen was es an neuer Musik gibt und entdecke auf einmal eine News, die mich total interessiert. Diese News führt mich weiter zu einem Künstler, von dem meine Freunde gerade die ganze Zeit erzählen. Und genau von dem Künstler gibt es auch gleich noch eine kostenlose MP3. Das kann ja jeder selbst mal testen: wie viel Zeit nimmst du dir für den Besuch eines Social Networks und wie viel Zeit für redaktionelle Angebote pro Besuch und wie aufmerksam nutzt du sie? Insofern werden Social Networks nie wirklich mit guten redaktionellen Angeboten konkurrieren können.

Was ist unser größte Stärke?

Abgesehen vom großen Angebot an MP3s: definitiv eure Schreibe! Während ich bei vielen anderen redaktionellen Musik-Medien mit Top-X-Listen oder üblen Verrissen von Platten gejagt werde, die mir erzählen was gut ist und was nicht und was ich gefälligst zu hören habe, damit ich hip bin, habe ich bei euch immer das Gefühl, selbst entscheiden zu können.

Und woran sollten wir noch arbeiten?

Die Aktualität der News. Ich hatte den Eindruck, dass manche News, die ich woanders schon gelesen habe, bei euch mit ungefähr 1-2 Tagen Verzögerung auftauchen. Und dafür andere Themen, die in der Musikwelt gerade Wellen schlagen, bei euch gar nicht stattfinden.

In welche Richtung sollten wir den Tonspion nach deinen Erkenntnissen zukünftig weiter entwickeln?

Ihr solltet eure Stäken ausbauen, dann minimieren sich die Schwächen automatisch. Ich glaube, dass durch den Ausbau der redaktionellen Arbeit in Form von mehr Inhalten ein roter Faden entsteht, der der Musikindustrie zeigt, dass kostenlose MP3s durchaus sinnvoll sind und die User weiter fesselt. Ich bin davon überzeugt, dass tonspion.de das Zeug dazu hat, eines der wichtigsten Informationsmedien im Web in Deutschland für Musik zu werden.

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Georg Nietsch, 26, arbeitet derzeit als Account Manager bei CBS Interactive Deutschland und studiert an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW) am Institut München. Seine Diplomarbeit entstand unabhängig von Tonspion und wurde am 4.3.2009 eingereicht.
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