iPod vs. Musikindustrie?

Studie über das Image des beliebten Apple-Players

Statussymbol mit Revoluzzer-Attitüde? Vom Student bis zum Bankier: die typischen weißen Kopfhörer sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Ein Forschungsinstitut hat das Image des iPod genauer untersucht.

Das Forschungsinsitut Ahrens & Bimböse framework hat in Zusammenarbeit mit Landau Media Monitoring das Phänomen iPod, die Psycholgie seiner Käufer und seine symbolische Bedeutung analysiert. Das Fazit der Verbraucherstudie "Erfolgsgeheimnis des iPod", die ohne Kundenauftrag durchgeführt wurde und auf Tiefeninterviews zum Kaufverhalten sowie auf der Auswertung der Medienresonanz 2004 basiert, ist interessant: Apples Schmuckstück wird zwar als komfortabler und stilsicherer MP3-Player geschätzt, doch viele Nutzer sehen in ihm auch ein Instrument im ?Kampf gegen die Musikindustrie?. Diese pflege nach Ansicht der Verbraucher einen lieblosen Umgang mit ihren Kunden und Produkten. Das Fehlen von musikalischer Substanz führe zu dem langfristig zu einer musikalischen Entwertung.

Der iPod könnte dem entgegenwirken und die Musik wieder aufwerten. Denn die Studie hat herausgearbeitet, dass die Nutzer schon lange sehr viele Musikfiles ? sowohl aus legalen wie illegalen Quellen ? auf ihren Rechnern gespeichert haben, diese dort aber unsortiert und eigentlich weitgehend unbeachtet ihr Dasein fristeten. Ein Medium wie der iPod biete die Möglichkeit, diesen Sammlungen neues Leben einzuhauchen, sie zu strukturieren und insbesondere wieder ihren Wert schätzen zu lernen. Musik werde durch den iPod auf diesem Wege wieder kultiviert und der portable Player vermittelt vor allen Dingen die Freude an der Musik im Alltag.

Apples iPod ist der Konkurrenz auch deswegen überlegen, weil er Exklusivität, Design und Alltagstauglichkeit optimal miteinander verbindet und diese Eigenschaften von einer cleveren Medienkampagne unterstützt werden. Hinzu kommt die gewisse Botschaft, die der Nutzer mit ihm transportiert. "Das provokante Image, das Apple und vor allem sein Gründer Steven Jobs in der Nischenposition des Computermarktes entwickelt haben, wird im krisenhaften Umfeld des Musikgeschäftes zu einem Garanten für die Erfüllung der Verbraucherwünsche", so der Psychologe Ralf Weinen von der Agentur Ahrens & Bimböse.

Der iPod ist seit seiner Markteinführung im Dezember 2001 bereits zehn Millionen Mal verkauft wurden, davon ca. 5 Million Exemplare allein im letzten Quartal. Der Erfolg des iPod zeigt unabhängig von seinen Ursachen aber vor allen eines: wenn Musik auf Innovation trifft, weiß das der Verbraucher zu schätzen. (js)

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