Jahresrückblick 2013: The Kids are alright

2013 - Das Jahr der talentierten Teenager

„The Kids Are Alright“: 1965 schrieben The Who diesen Song. 48 (achtundvierzig!) Jahre später zeigt sich, dass die Zeile nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat, ganz im Gegenteil: Im Popjahr 2013 reüssierten so viele Youngster aus der U-20-Kategorie wie schon lange nicht mehr – und sie waren irre erfolgreich.

Nur ein knappes Jahr nach seinem Erstling brachte der 1994 geborene britische Retro-Rock'n'Roller Jake Bugg sein zweites Album „Shangri-La“ heraus, das direkt nach seinem Erscheinen die britischen Charts anführte.

Musikalisch eine ganz andere Nummer, aber mindestens so aufsehenerregend kam „60 Feet Beneath the Moon“ vom ebenfalls 19-jährigen Londoner Rap-Poeten King Krule daher, der mit The Streets und Morrissey verglichen wird und ganz sicher nicht nur wegen seiner feuerroten Haare in Erinnerung bleiben wird. Auch erst 19 ist George Ezra, der mit der Stimme eines alten Bluesmans gesegnet ist und dessen EP „Did You Hear the Rain?“ hohe Erwartungen weckt.
Newcomer-Gitarrenbands wie Milky Chance aus Kassel oder Disclosure erspielten sich auf den Festivals dieses Sommers große Fangemeinden und sind alle noch nicht über 20.

Am meisten abgesahnt haben in 2013 aber die Mädels (und ich meine jetzt nicht Miley Cyrus): größte Überraschung war unbestritten Lorde aus Neuseeland, die vor kurzem ihren 17. Geburtstag feierte. Mit ihrem Album „Pure Heroine“ und Hits wie „Royals“ ließ sie last years darling Lana Del Rey ziemlich alt und vor allem langweilig erscheinen: Lorde hatte in diesem Jahr nicht nur die bessere Stimme, sondern auch die spannenderen Songs. Ihre außergewöhnliche Single landete direkt auf Platz 1 der US- und UK-Charts.

Im selben Jahr wie Lorde ist auch die britische Sängerin Birdy geboren, deren Songs "People Help The People" und „Wings“ überall rauf und runter lief; Kollegin Chlöe Howl ist immerhin schon 18, wirkt ein bisschen wie die jüngere Schwester von Pink, leistet sich rockige ö-Pünktchen (siehe Motörhead, Blue Öyster Cult und Mötley Crüe) und klingt auf ihrem Hit „No Strings“ wie der coole Gegenentwurf zu Adele und Taylor Swift.

Wer noch vor zehn Jahren das Ende der Musik durch das Internet vorhersagte, sieht sich inzwischen getäuscht und muss eingestehen, dass es selten so viele junge Talente gab, die so früh "reif" sind und die uns künftig noch viel Freude bereiten werden.

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