Jahresrückblick 2015: Julian Riedel

Die besten Alben, Songs und Videos des Jahres

R&B ist tot? Von wegen! 2015 zeigte sich das traditionsreichste aller Popmusik-Genres so vielfältig, innovativ und hungrig wie schon lange nicht mehr. Aber auch Hip Hop (diesseits wie jenseits des Ozeans) hatte ein überaus gutes Jahr und es sich weiter im Mainstream gemütlich gemacht - der Jahresüberblick von Julian Riedel.

Beste Alben:

1. Kendrick Lamar - "To Pimp A Butterfly"
2. Grimes - "Art Angels"
3. Janet Jackson - "Unbreakable"
4. Tinashe - "Amethyst" (EP)
5. Lana Del Rey - "Honeymoon"

Beste Songs:

1. Erykah Badu - "Hotline Bling (But You Caint Use My Phone Mix)" a.k.a. "Cel U Lar Device"
2. Gwen Stefani - "Used To Love You"
3. Ciara - "I Bet"
4. Madonna - "Ghosttown"
5. Missy Elliott feat. Pharrell Williams - "WTF (Where They From)"

Bestes Video: Drake - "Hotline Bling"

Vielleicht nicht unbedingt das genialste, tollste, spannendste Video des Jahres, aber die Mischung aus Minimalismus, knalligen Farben, awkwardem Tanzen und grauenhaften Outfits (hat Drake keinen Stylisten? ich wäre verfügbar!) ist irgendwie faszinierend - und der kulturelle Impakt (all die Memes, Vines, Parodien und Trittbrettfahrer!) war dieses Jahr ziemlich unübertroffen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich seit Monaten einen Dauerohrwurm von dem Song habe. Drizzy weiß halt einfach, wie's läuft.

Bester Newcomer:

Troye Sivan

Der australische YouTube-Star hat schon mit der EP "Wild" und einem ersten Deutschlandkonzert in Berlin im November gezeigt, dass musikalisch definitiv mit ihm zu rechnen ist - und hat dann noch einen draufgesetzt, indem er mit "Blue Neighbourhood" eins der stärksten Pop-Alben des Jahres veröffentlicht hat. Da kommt noch ganz viel auf uns zu, wartet's ab.

Bester Musikmoment:

Ich hatte im November die Ehre, innerhalb einer Woche sowohl Troye Sivan als auch Years & Years zum Interview zu treffen, die auch beide großartige Konzerte in Berlin gespielt haben. Da konnte in meinem persönlichen (und beruflichen) Musikjahr nur wenig mithalten.

Schlimmster Musikmoment:

Hat zwar nur indirekt mit Musik zu tun, aber der tragische Tod von Whitney Houstons und Bobby Browns Tochter Bobbi Kristina, die im Februar in schockierender Parallele zu ihrer Mutter drei Jahre zuvor bewusstlos in der Badewanne aufgefunden wurde und schließlich nach längerem Koma im Alter von nur 22 verstarb, hat mich sehr betroffen gemacht. Auch die rege öffentliche Anteilnahme zahlreicher Musikgrößen, die Bobbi Kristina seit frühester Kindheit kannten, war herzzerreißend. Tragisch.

Wiederentdeckung des Jahres:

Lil' Kim

Für mich als Diehard-Fan war sie ja eh nie so ganz weg vom Fenster, aber dieses Jahr hat sich Queen Bee wieder aktiver und fokussierter gezeigt und damit erneut ernsthafte Comeback-Hoffnungen geschürt. Anhand einer Reihe glorreicher Performances bei Awardverleihungen und anderen Events rief Kim eindrucksvoll in Erinnerung, dass ihr auch nach 20 Jahren im Game trotz ihres inzwischen zweifelhaften Äußeren auf der Bühne keiner so schnell was vormacht, und der leidige Kindergarten-Beef mit Erznemesis Nicki Minaj scheint auch endlich Schnee von gestern zu sein. Jüngst kündigte die 40-Jährige dann auch ein neues Studioalbum für 2016 an (es wäre ihr erstes seit zehn Jahren) - klar blieb es bislang bei leeren Versprechungen, aber neuerdings wiedervereint mit Puff Daddy hat der langgehegte Traum eines Lil'-Kim-Comebacks vielleicht dann doch mal reale Chancen auf Verwirklichung.

 

Acts für 2016:

Tink, Majid Jordan & dvsn

Puh, so viele tolle neue Talente. Timbalands Rap-Protégée Tink bringt nach einem fantastischen Mixtape dieses Jahr im nächsten hoffentlich endlich ihr Debütalbum "Think Tink" an den Start. Für Drakes OVO-Duo Majid Jordan hege ich ebenfalls große Hoffnungen - deren selbstbetiteltes Debüt erscheint im Februar.
Der spannendste Geheimtipp ist aber der (noch) anonyme R&B-Artist dvsn: Bislang weiß man nur, dass er aus Toronto stammt, irgendwie mit Drake-Produzent Nineteen85 zusammenhängt (sind sie gar ein und dieselbe Person?) und über die letzten Monaten drei unglaublich schöne Singles veröffentlicht hat. Ich bin gespannt, was da noch kommt.


Teile diesen Beitrag:

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

Aktuelles Album

To Pimp A Butterfly

Kendrick Lamar - To Pimp A Butterfly

New King of the West Coast
Der Rap-Revoluzzer Kendrick Lamar veröffentlicht sein heiß erwartetes drittes Album "To Pimp A Butterfly" eine Woche vor dem eigentlichen Releasedatum. Auf der neuen Platte gibt er sich betont funky soulful.

Ähnliche News

Carpool Karaoke mit Michelle Obama und Missy Elliott

Carpool Karaoke mit Michelle Obama und Missy Elliott

Die coolste First Lady aller Zeiten singt Karaoke
Kurz vor ihrem Abschied aus dem Weißen Haus zeigen die Obamas, dass sie vielleicht nicht das erfolgreichste, aber das coolste Präsidentenpaar aller Zeiten waren. Michelle Obama singt Karaoke zu ihrer Lieblingsmusik und bekommt prominente Unterstützung. 
R.I.P. Steve Young von M|A|R|R|S

R.I.P. Steve Young von M|A|R|R|S

Britischer Sampling Pionier gestorben
Steve Young, Mitglied bei This Mortal Coil und den Sampling Pionieren M|A|R|R|S ist tot. Er schuf mit seiner Band mit dem Track "Pump Up The Volume" den ersten kommerziell erfolgreichen Sampling-Hit.
Years & Years provozieren mit neuem Video "Worship"

Years & Years provozieren mit neuem Video "Worship"

Auf den Spuren von Bronski Beat
Nach dem Attentat von Orlando forderte Years & Years-Sänger Olly Alexander das Glastonbury Festival dazu auf, Flagge zu zeigen. Auch das neue Video "Worship" zeigt ihn in schwuler Mission - als Stricher.
Madonna covert Prince und erntet Spott

Madonna covert Prince und erntet Spott

Auch Stevie Wonder kann Auftritt nicht retten
Madonna ehrte am Wochenende bei den Billboard Music Awards den kürzlich verstorbenen Prince mit Coverversionen von zwei seiner berühmtesten Songs. Und erntet Hohn und Spott.
Geschmacklos: "The Voice" lässt Whitney Houston wieder aufleben

Geschmacklos: "The Voice" lässt Whitney Houston wieder aufleben

Virtuelles Duett mit Christina Aguilera wurde aus der Sendung geschnitten
Das amerikanische Fernsehen bietet oftmals hohes Niveau, manchmal aber auch absolute Tiefpunkte. So einer ist das virtuelle Duett von Christina Aguilera und Whitney Houston, das im Finale von "The Voice" aufgezeichnet wurde. Die Erben von Houston ließen die Sequenz aber aus der Show schneiden. Trotzdem ist das Video im Netz geleakt.

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.

* Pflichtfeld

Empfehlungen