Jahresrückblick - So klang 2013

Der Tonspion Jahresrückblick von Christina Mohr

Wie viele musikalische Highlights das abgelaufene Jahr zu bieten hatte, merkt man ja oft erst im Rückblick - auf 2013 trifft das ganz besonders zu.
Zunächst will einem außer "Get Lucky", Daft Punks Geniestreich in Kollaboration mit Pharrell Williams und Nile Rodgers, erstmal nichts einfallen.
Aber wenn man sich etwas vertieft, fällt auf, dass es neben diesem instant classic natürlich noch jede Menge anderes gutes Zeug gab...

Bestes Album:

Justin Timberlake - The 20/20 Experience

Ganze sieben Jahre lang hatte sich Justin Randall Timberlake Zeit gelassen, um dann mit "The 20/20 Experience" ein außerordentlich gut abgehangenes, funky Album abzuliefern, das den Großen seiner Zunft wie Curtis Mayfield huldigt und dank der smoothen Produktion von Timbaland und Rob Knox doch ganz heutig klingt. Timberlake hat seine Disney-Club-Vergangenheit endgültig abgeschüttelt und überzeugt mit eleganten Tracks wie "Mirrors".

Bester Song:

Tegan and Sara - Closer

Die queeren Quin-Zwillinge machten sich mit ihrem Powerpop-Album "Heartthrob" nicht nur Freundinnen; viele alte Folk-Fans waren von den vielen Synthies schlicht überfordert. Die Single "Closer" hat mich in diesem Jahr sehr oft zum Tanzen gebracht und ist mein Hit des Jahres.

Bester Free Download:

George Ezra - Budapest

Wow, was für eine Stimme! Der britische Knabe klingt wie ein alter Blues-Haudegen vom Mississippi und ist erstaunlicherweise erst 19 Jahre alt. Bin sehr gespannt, was von ihm noch kommen wird, aber "Budapest" ist schon mal ein sehr toller Song.

Bestes Video:

Goldfrapp - Annabel

Goldfrapp drehten zu jedem Song ihres aktuellen Albums "Tales of Us" einen Kurzfilm, das Video zu "Annabel" ist das schönste und tiefgründigste. Gedreht wurde das Video von Alison Goldfrapps Lebensgefährtin Lisa Gunning.

Bester Newcomer

Lorde

Bester Newcomer ist in 2013 eine Newcomerin: die erst 17-jährige Neuseeländerin Lorde versöhnte mit ihrem so lässigen wie intensiven Debütalbum "Pure Heroine" enttäuschte Fans von Lana Del Rey - und hat ganz nebenbei auch die bessere Stimme.

Bester Musikmoment

Hercules and Love Affair im Zoom, Frankfurt
Mit Muskelkater vom Tanzen heimkommen - das hatte ich schon lange nicht mehr. In 2013 erzielten Hercules and Love Affair mit einem deutlich sportstudiogestählten Andrew Butler an den Plattenspielern und einem schweißtreibenden Techno-House-Set diesen Effekt.

Schlimmster Musikmoment

Lady Gaga: ARTPOP

Die Enttäuschung meinerseits hat eigentlich gar nicht so viel mit der Musik auf "ARTPOP" zu tun, sondern mit der Erkenntnis, dass Lady Gaga offenbar Humor und Cleverness komplett verloren hat. Kunstvideos und das Cover von Jeff Koons können nicht kaschieren, dass Frau Gaga ihren Zenit ganz offensichtlich schon überschritten hat.

Wiederentdeckung

The B52s

Gehört eigentlich auch zum besten Musikmoment: das Konzert der B52s im August in Hanau. Erst wollte ich nicht hin, um mir vermeintliches Fremdschämen zu ersparen und die bunte Wave-Truppe aus Athens, Georgia in guter Erinnerung zu behalten. Zum Glück war ich doch dort und traf nicht nur viele Freunde aus alten Zeiten wieder, sondern konnte mich davon überzeugen, dass man auch mit 60+ noch super aussehen, laut kreischen und wild tanzen kann. Dance This Mess Around - sehr gern!

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