Joachim Witt: CD-Kopieren ist Terrorismus

Sein aktuelles Album heisst "Eisenherz". Als genau ein solches zeigt sich der frühere "goldene Reiter" Witt im Interview mit dem Online Magazin Grenzwellen.com, wenn`s um CD-Brenner und MP3 geht. Er fordert CDs so zu präparieren, dass sie das Betriebssystem zerstören, sobald sie in den Computer eingelegt werden.

Im Interview äußert sich Joachim Witt drastisch und lautstark zur aktuellen Situation der Musikindustrie.

"Ich würde auf die CDs Programme einbinden, die das Betriebssystem sofort zerstören, sobald die CD in den Computer geschoben wird. Gnadenlos. Der jetzige Versuch der Plattenfirmen, durch Kopierschutz das Problem zu beheben, ist Pipikram, der zudem mehr Unmut verursacht, als dass es dazu führt, das Problem mit der Wurzel zu beseitigen."

Starker Tobak mit viel Donnerhall, ganz wie die Musik des Neo-Bombastrockers. Dennoch zeigt er gleichzeitig Verständnis für alle die CDs kopieren. Es sei eine menschliche Eigenart, dass man das, was man umsonst kriegen kann, auch ohne Zusatzkosten holt. "Das bekommt man auch moralisch nicht aus den Köpfen raus. Dennoch ist es ein Riesenproblem!"

Er sieht sogar seine eigene Plattenfirma Sony, als Entwickler von MP3 Playern als Mitverantwortlichen für das Problem der Branche, das er folgendermaßen beschreibt: "Es ist de facto so, dass alle Künstler mit Einsatzbußen von bis zu 50% leben müssen. Durch die Bank! Wenn sich da nicht bald etwas Grundlegendes ändert, werde ich mir wohl ernste Gedanken machen müssen. Dieses Kopieren und Downloaden ist geistiger Diebstahl; ein Diebstahl, für den es noch nicht einmal ein Schuldbewusstsein gibt. Jeder bedient sich wie in einem Selbstbedienungsladen - und der Künstler fragt sich, wozu und warum er überhaupt noch etwas veröffentlicht!"

Jetzt aber kommt`s: "Es hängen so viele Arbeitsplätze davon ab. Auch darüber macht sich niemand wirklich Gedanken. Was hier passiert, ist Terrorismus - und dem muss man mit Gegenterror begegnen." Herzlich Willkommen in Bayreuth bei der Götterdämmerung!

Das vollständige Interview mit einem wütenden und stramm reaktionären Joachim Witt über seinen ganz persönlichen 11. September gibt`s bei www.grenzwellen.com. (ur)
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