KaZaA in Australien unter Beobachtung

Kaum wurde der KaZaA-Client an die australische Firma Sharman Networks verkauft, da meldet sich auch schon die dortige Verwertungsgesellschaft zu Wort. Man werde sich genau angucken, welche rechtlichen Möglichkeiten man gegen die Tauschbörse in der Hand habe, erklärte ein Verantwortlicher der Gesellschaft gestern gegenüber der Presse.

Gegenüber dem australischen Online-Magazin ITnews erklärte der Online Licensing Director der Australasian Perfoming Rights Organisation (APRA) Richard Mallett zu KaZaA: "Wir untersuchen, welche Mittel es dagegen in Australien gibt, und ob sie das Copyright verletzen." Außerdem beobachte man die internationalen Entwicklungen rund um die Filesharing-Angebote genau.

"Die andere Seite der Medaille ist, dass Plattenfirmen legale Abo-Angebote gestartet haben, die Urheber für die Nutzung ihres Materials entschädigen", so Mallett. Die Nutzer hätten damit keine Entschuldigung mehr für den Gebrauch einer Tauschbörse wie KaZaA.

Das KaZaA-Programm war erst in der vergangenen Woche durch den überraschenden Verkauf an die australische Firma in die Schlagzeilen gekommen. Die niederländischen Programmierer der Tauschbörsen-Software waren im Dezember von einem örtlichen Gericht dazu verpflichtet worden, den Tausch urheberrechtlich geschützter Musik sofort zu unterbinden. Doch anstatt sich an das Urteil zu halten, verkauften sie ihre Software einfach.

Über den neuen Eigentümer Sharman Networks ist bisher noch wenig bekannt. Berkannt ist allein, dass die CEO die ehemalige Leiterin der Sega-Vergnügungsparks in Australien ist. Auch über Sharmans zukünftige Pläne für KaZaA weiß man bisher nichts genaueres.

Fest steht allerdings: Selbst wenn Sharman Networks nun vor Gericht müsste und unterliegen würde, dürfte dies KaZaA-Nutzer nur wenig stören. Ihr Programm baut auf dem Fasttrack-Netzwerk auf, das dezentral organisiert ist. Selbst wenn die Betreiber ausfallen, läuft der Tausch also unvermindert weiter. (jr)

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