KaZaa Betreiber müssen sich vor Gericht verantworten

Darf ein US-Gericht einer Firma den Prozess machen, die ihren Firmensitz auf der Insel Vanuatu hat? Es darf. So entschied Richter Wilson jetzt nach monatelangen Verhandlungen und begründete das Urteil auf 46 Seiten. Das heißt, dass es jetzt auch für die Betreiber von KaZaa richtig eng werden wird. Am Filesharing selbst, wird aber auch das kaum etwas ändern.

In ihrer Verteidigung stützten sich die KaZaa-Strategen von Sharman Networks vor allem auf zwei wesentliche Säulen. Zum einen könne man in einem Filesharing-Netzwerk nicht kontrollieren, wer Urheberrechtsverletzungen begehe. Man könne über Filesharing ja auch ganz legale Daten tauschen. Doch diese Argumentation hatte auch Napster in seinem Prozess nichts genutzt. Es sei offensichtlich, dass man nicht nur nichts gegen den Tausch urheberrechtlich geschützter Filme oder Musik tue, sondern man pflege ja auch den Ruf, genau dafür konzipiert zu sein. Wohl kaum würden sonst 4.3 Millionen Menschen im Netzwerk von KaZaa und Grokster unterwegs sein.

Zum zweiten stützte sich die Verteidigung darauf, dass man überhaupt nicht in den USA ansässig sei und damit nicht vor ein US-Gericht gestellt werden könne. Auch dem widersprach Wilson: da überwiegend US-Bürger KaZaa benutzten, müsse man sich auch in den USA verantworten.

Jetzt geht`s also in den nächsten Prozess, der sich wieder über viele Monate hinziehen dürfte. Bis dahin hat sich die nächste große Tauschbörse sicherlich wieder in Stellung gebracht, für den Fall, dass KaZaa in den USA zum Aufhören gezwungen wird. Doch egal wie das Urteil ausgeht, eines hat sich seit dem Napster Prozess grundlegend geändert: man braucht keine Firma, um ein Peer-2-Peer-Netzwerk zu betreiben. Das Fasttrack-Netzwerk funktioniert auch unabhängig von der KaZaa-Software und lässt sich nicht zentral steuern, so wie Napster. Und es gibt genügend gute Programmierer und Hacker, die sich schnell um brauchbare Alternativen kümmern werden, auch ohne finanzielle Interessen. (ur)

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