KaZaa Erfinder vor der Pleite

Die Musikindustrie macht ernst. Mit ihren Prozessen gegen diverse Anbieter von Tauschbörsen, kommt man zwar juristisch gesehen immer noch nicht so recht voran, doch dafür treibt man jetzt ganz langsam die Anbieter von kommerziellen Filesharing-Diensten in den Ruin.

Im aktuellen Verfahren der Musik- und Filmindustrie gegen die Entwickler des Fasttrack-Netzwerks und des zugehörigen KaZaa-Clients haben sich jetzt die KaZaa Entwickler erstmals auf ein Versäumnisurteil eingelassen und wollen sich aus finanziellen Gründen nicht weiter gegen die Klagen der Industrie zur Wehr setzen.
Auch die Firma StreamCast, die Morpheus betreibt, hat offenbar Geldsorgen. So hat sich die Firma soeben von ihrem Staranwalt Andrew Bridges getrennt, da man dessen Honorar offenbar nicht mehr bezahlen kann. Bridges hat sich vor allem im legendären Prozess um den Diamond MP3 Player einen Namen gemacht. Damals boxte er vor Gericht durch, dass ein Hersteller von MP3 Playern keine pauschalen Abgaben an die Urheber und Rechteinhaber von Musik bezahlen muss und gewann damit gegen die Musikindustrie.
Doch um so einen richtungsweisenden Prozess durchzustehen, braucht man eine Menge Bares - doch Geld lässt sich selbst mit Milliarden von Zugriffen über die rechtlich und moralisch umstrittenen Tauschbörsen offenbar nicht verdienen.
Anwälte werfen den ehemaligen KaZaa-Betreibern hingegen vor, dass man durch den Verkauf seiner Domain und seines Clients nur ein unternehmerisches "Hütchenspiel" betreiben würde und dass die holländische Firma nach wie vor kräftig mitmischt, bei der inzwischen von Australien betriebenen Tauschbörse.

Die neuesten Entwicklungen deuten darauf hin, dass es mit der kommerziellen Weitergabe von Musik außerhalb der Kontrolle der Entertainmentbranche bald endgültig vorbei sein könnte. Auch wenn der neue KaZaa Betreiber Sharman Networks derzeit gute Umsätze zu machen scheint und sich bisher noch nicht vor Gericht verantworten muss.
Doch das Grundproblem für die Branche würde sich selbst dann noch lange nicht erledigen, wenn alle kommerziellen Trittbrettfahrer pleite gingen. Denn die Tauschbörsen-Netzwerke werden auch ohne Bannereinblendungen oder andere kommerzielle Beigaben weiterhin funktionieren. Nur der Gegner wird dann unsichtbar und nicht mehr so einfach vor Gericht zu bringen sein. Gegen wen man dann vorgehen will, wird sich noch herausstellen. (ur)

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