KaZaa macht frech weiter

Die Online-Tauschbörse KaZaa ist noch immer am Netz – obwohl ihr das gerichtlich verboten wurde. Nun drohen weitere Strafen.

Eigentlich sollte KaZaa schon längst offline sein. Ende November wurde per Gericht angeordnet, die MP3-Plattform binnen 14 Tagen zu schließen. Doch noch immer kann man unter www.kazaa.com MP3s herunterladen. Nun droht dem niederländischen Unternehmen für jeden weiteren Tag, an dem sein Auftritt unerlaubt im Netz erreichbar ist, eine Strafe von etwa 43.000 Euro. Die KaZaa-Macher fordern derweil die Unterstützung der Surfer:

?Trete unserer Verteidigungs-Linie bei. Wir werden angegriffen und brauchen deine Hilfe. KaZaa wird nicht von den großen Unterhaltungs-Konzernen und ihren Lobbyisten kontrolliert. Lass dir von niemandem sagen, was du herunterladen darfst und was nicht.? Barrikadenkampf im Cyber-Zeitalter? Auf jeden Fall eine unmissverständliche Kampfansage an die Musikindustrie, versehen mit genauen Anweisungen für MP3-Aktivisten. Wer protestieren möchte, solle doch einfach eine Beschwerde-Mail an die entsprechenden Gerichte oder (viel besser noch) die Recording Industry Association of America (RIAA) und Motion Picture Association of America (MPAA) senden. Ob sich vor allem letztere beiden von Mecker-Post und den
Äußerungen der KaZaaner beeindrucken lassen, ist fraglich. Die letzten Worte haben die Richter, und die waren bisher nicht gut zu sprechen auf KaZaa.

Die Aufregung bei den Machern das Filesharing-Dienstes war dann freilich auch groß, als am 29. November 2001 ein Amsterdamer Richter die Schließung der MP3-Börse anordnete, sollte es dem Unternehmen binnen zwei Wochen nicht gelingen, den Tausch von geschützten Songs zu unterbinden. Ein KaZaa-Anwalt sagte daraufhin: ?Die KaZaA-Software kann nicht einfach so verschwinden, dafür ist sie schon viel zu weit verbreitet." Das Problem ist nämlich folgendes: Die Tauschbörse basiert auf der Fasttrack-Technologie. Dabei werden einzelne Computer untereinander verbunden, wodurch ein Netzwerk entsteht. Einen Zentralserver gibt es nicht, und somit keine einfache Möglichkeit, den Dienst einfach abzuschalten. ?Wir wissen nicht, was wir tun sollen. Sollen wir von Tür zu Tür gehen, und die Leute bitten, die Software nicht mehr zu benutzen", fragte der KaZaa-Anwalt. Das Unternehmen ging in Berufung und weigerte sich nun der richterlichen Anordnung. Ende offen.
(th)

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