Kazaa-Programmierer verkaufen ihre Firma

Offenbar als Folge des wachsenden legalen Drucks haben die Programmierer des Filesharing-Clients Kazaa ihren Laden an eine australische Firma verkauft. Anscheinend wollen sie aber weiter an der Entwicklung des Programms arbeiten.

Kazaa gibt auf - das wäre eine Schlagzeile gewesen, über die sich wohl so manch ein Vertreter der RIAA gefreut hätte. Tatsächlich ist der Sachverhalt aber nicht so einfach, und die Folgen auf das Fatstrack-Netzwerk insgesamt sind nur schwer abzuschätzen. Bekannt ist bisher:

Am Montag wurde auf der Website Kazaa.com eine Erklärung über den Verkauf von Kazaa an die Firma Sharman Networks. "Die Köpfe hinter Kazaa sind ausgezogen, um neue, innovative Software zu entwickeln", heißt es dort etwas nebulös. Sharman Networks werde der Kazaa-Gemeinde weiter das liefern, was man von dem Filesharing-Netzwerk gewohnt sei: Das "Finden, Speichern und Transferieren all der Daten, die ihr wollt - ohne Limits."

Gerade solche Limits hatte ein niederländisches Gericht allerdings von den Kazaa-Programmieren gefordert. Sie sollten die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Musik unterbinden, andernfalls drohe ihnen eine hohe Geldstrafe.

Die Kazaa-Entwickler entfernten daraufhin temporär das Programm von ihrer Website, erklärten aber, keine Kontrolle über die Downloads ihrer Nutzer zu haben. Was offenbar der Wahrheit entspricht: Das von Kazaa benutzte Fasttrack-Netzwerk arbeitet semi-dezentral, so dass die Suchdaten nicht über den Rechner der Betreiberfirma ausgetauscht werden. Außerdem teilen sich Kazaa-Nutzer das Netz mit den Nutzern der Programme Morpheus und Grokster, die ebenfalls auf Fasttrack-technik basieren.

Die Rechte für das Fasttrack-Protokoll selbst bleiben aber offenbar in den Händen der Niederländischen Kazaa-Programmierer. Weshalb es auch schwer zu sagen ist, ob sie tatsächlich an "neuer, innovativer Software" arbeiten, oder eben doch an einer neuen, innovativeren Fasttrack-Version. (jr)

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