KaZaA startet Musik-Verkauf

Napster hat es nicht geschafft, KaZaA versucht es trotzdem: Gemeinsam mit dem in den Client integrierten Altnet-Netzwerk will die derzeit größte Tauschbörse jetzt kopiergeschützte Inhalte verkaufen.

?Wir glauben fest daran, dass Peer to Peer-Filesharing-Nutzer für sichere Inhalte zu vernünftigen Preisen Geld zahlen werden, wenn sie bequem in einem Search Engine zusammengefasst sind und die Bezahlung über ein einheitliches User- und Bezahlinterface erfolgt?, erklärte Altnet-CEO Kevin Bermeister anlässlich der Vorstellung des neuen Bezahl-Systems. Was er da so kompliziert ausdrückt, soll eigentlich nur heißen: Wenn man erstmal den Shop auf 100 Millionen PCs installiert hat, werden sich auch früher oder später ein paar Kunden finden. Und der Shop, das ist in diesem Fall KaZaA.

Beziehungsweise eigentlich Altnet, das in das Programm integrierte Filesharing-Netzwerk für kopiergeschützte Inhalte. Altnet wurde im Frühjahr mit KaZaA verbundelt und bekam damals einige negative Schlagzeilen dafür, dass es die Rechenleistung seiner Nutzer ohne deren Wissen verkaufen wollte.

Mittlerweile hat sich die Aufregung wieder gelegt. Altnet hat auf diese so genannten Distributed Computing-Funktionen bisher verzichtet und beschränkt sich einstweilen darauf, KaZaA-Nutzern Premium-Inhalte feilzubieten. Diese lassen sich daran erkennen, dass sie in der Liste der Suchergebnisse als goldener Icon erscheinen. Bisher waren diese Inhalte - von Musik über Spiele bis zu Videos ist alles dabei - allesamt gratis, aber oftmals lediglich als Testversionen verfügbar. Nun will Altnet gemeinsam mit Internet-Cash-Firmen wie Duocash und Newgenpay auch zum Verkäufer werden. Zuerst werden dafür Songs des Labels 2KSounds, Palm Records und Redline Entertainment einzeln zum Verkauf angeboten. Später will man offenbar auch ein Abo anbieten.

Interessanterweise hat KaZaA-Konkurrent Morpheus erst vor wenigen Tagen eine ganz ähnliche Offensive gestartet. Über die Website Musiccity.com bietet dieser Tauschbörsen-Anbieter kopiergeschützte Songs zum Download an, die nach dreimaligem Anhören gekauft werden können. Kritiker sehen hinter diesen Plattformen jedoch nur den Versuch, im immer noch laufenden Verfahren der Musikindustrie gegen Morpheus und KaZaA punkten zu können. (jr)

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