KaZaA verantwortlich für Verhalten seiner Nutzer

Tauschbörse erleidet schwere Niederlage vor Gericht
Lange hat es gedauert, doch jetzt hat die Musikindustrie einen ihrer größten Siege im Kampf gegen die Tauschbörse KaZaA eingefahren. KaZaA-Betreiber Sharman muss seine Software modifizieren und hat nun mit empfindlichen Schadensersatzforderungen zu rechnen.

Es ist schon fast zwei Jahre her, als KaZaA am Höhepunkt seiner steilen Karriere als inoffizieller Nachfolger von Napster und Audiogalaxy die Musikbranche aufwirbelte. Längst haben andere Tauschbörsen und Systeme, die nicht so viel Adware und Viren verbreiten, deutlich mehr Nutzer. Dennoch feierte die Musikindustrie das Urteil gegen KaZaA wie das Ende der Tauschbörsen. Doch dass die Nutzer längst woanders saugen und nach wie vor mehr als 50 Prozent des gesamten Internettraffics durch Tauschbörsen verursacht werden macht deutlich, wie langsam und schwerfällig die Gerichte gegen die schnellen und inzwischen weitgehend anonymen P2P-Netzwerke vorgehen.

Das Urteil besagt, dass Sharman Networks innerhalb von zwei Monaten seine Software verändern müsse, so dass keine Urheberrechtsverletzungen mehr durch die Nutzer stattfinden können. Damit wird das Prinzip Tauschbörse für die Mehrheit der User uninteressant. Zwar gibt es auch legalen Content, doch für die Rechtmäßigkeit der Angebote zu garantieren, wird die nächste schwierige Hürde.

In einem weiteren Verfahren soll geregelt werden, in welcher Höhe der Tauschbörsenbetreiber Schadensersatzforderungen der Musik- und Filmindustrie nachkommen muss. Spätestens das dürfte das Ende von KaZaA sein. Die nächste Klage kommt bestimmt. (ur)

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