KaZaa vor dem Bundesgericht Australiens

Das Urteil wird als Präzedenzfall über die Zukunft der Tauschbörsen bewertet
Die von dem Softwarehersteller Sharman Networks betriebene P2P-Tauschbörse KaZaA muss sich in Australien vor dem Bundesgericht verantworten. Das Gerichtsverfahren sorgt für weltweites Interesse und könnte als Grundsatzurteil verstanden werden

Sharman Networks wird von der Musikindustrie beschuldigt, durch das Bereitstellen seiner Software KaZaa für schwerwiegende Urheberrechtsverletzungen verantwortlich zu sein, da es durch P2P-Technolgie ermöglicht, urheberrechtlich geschützte Inhalte in großem Umfang zu kopieren und ohne Zustimmung der Rechteinhaber weltweit zu verbreiten.

Diese Tatsache bestreitet KaZaa auch keineswegs, wohl auch deswegen, weil dies ohne Zweifel von der Klägerseite bewiesen werden kann. Das Software-Unternehmen argumentiert aber, dass P2P-Netzwerke an sich nicht unrechtmäßig seien und man nicht für das Fehlverhalten der Nutzer dieser Technologie verantwortlich gemacht werden könne.

Die Klägerseite weist in ihrer Argumentation allerdings auf einen anderen Aspekt hin: sie möchte geltend machen, dass es technisch möglich sei, innerhalb von Netzwerken zwischen legalen und illegalen Inhalten zu unterscheiden. Und genau das möchte man KaZaa durch ein Urteil des australischen Bundesgerichts auferlegen.

Sharman Networks hatte sich bisher immer darauf berufen, seine User regelmäßig aufzufordern, keine illegalen Inhalte über KaZaa anzubieten. Eine abschließende Kontrolle über das Netzwerk im Sinne eines Filters sei aber nicht möglich. Anwälte der Musikindustrie setzen dem allerdings entgegen, dass es dem Tauschbörsenbetreiber schließlich auch möglich sei, bestimmte Inhalte wie beispielsweise Pornographie und Viren zum Teil systematisch aus dem Netzwerk zu filtern.

Das Gerichtsverfahren genießt weltweites Medieninteresse, da das Urteil als eine grundsätzliche Entscheidung mit Signalwirkung verstanden wird. So stellt sich daran anschließend die Frage, ob die Musikindustrie im Falle einer Niederlage auch in Zukunft weiterhin gegen Online-Tauschbörsen vor Gericht ziehen wird. Das Urteil wir in rund drei Wochen erwartet. (js)

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

▶ Du möchtest einen Beitrag bei Tonspion veröffentlichen? Schicke uns deine Idee!

Ähnliche News

Rapidshare stellt Betrieb ein

Rapidshare stellt Betrieb ein

Filehoster verabschiedet sich von seinen Nutzern
Der ehemals populäre Filehoster Rapidshare mit Sitz in der Schweiz ist am Ende. Die User bekamen eine Nachricht, dass man den Geschäftsbetrieb zum 31. März 2015 einstellen und alle Daten löschen werde. 
30 Jahre Musikbusiness in 30 Sekunden

30 Jahre Musikbusiness in 30 Sekunden

Animiertes Schaubild zeigt rasanten Wandel im Musikgeschäft
Digital Music News hat ein animiertes Gif erstellt, das eindrucksvoll die Entwicklung des Musikgeschäfts der letzten 30 Jahre zeigt. 
Cannapower: Die legale Tauschbörse?

Cannapower: Die legale Tauschbörse?

Ist canna.to wirklich legal?
Cannapower bzw. canna.to hat sich in den letzten Jahren zur beliebtesten Musik-Tauschbörse gemausert, bei der man die gesamte Musik aus den Charts finden kann. Doch ist der Dienst auch legal?
"Downloaded" - Die Geschichte von Napster als Film

"Downloaded" - Die Geschichte von Napster als Film

Jetzt den US-amerikanischen Dokumentarfilm online streamen
Mit dem Launch der Musiktauschbörse Napster 1999 wurde die Musikindustrie revolutioniert. Die Dokumentation „Downloaded“ versucht die Geschichte und die Bedeutung der Software zu rekonstruieren und kann jetzt online gestreamt werden.

Empfehlungen