Labels drohen eMusic mit Rückzug

US-Shop will MP3s für 19 Cent verkaufen
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet haben sechs Indielabels angedroht, sich nach Ablauf ihrer Verträge aus dem Downloadangebot von eMusic zurück zu ziehen. Hintergrund der Drohung ist die Ende März erfolgte Ankündigung von eMusic, seinen Kunden zukünftig ein so genanntes "Connaisseur"-Abonnement anzubieten.

Seit 1998 im Netz bietet eMusic seinen Kunden Mp3-Abonnements an. Gegen einen festen Monatsbeitrag erhält man die Berechtigung für eine monatlich begrenzte Zahl an Downloads aus dem Katalog von eMusic. Das Angebot beinhaltet ausschließlich DRM-freie Mp3s von mehr als 16.000 Labels und beginnt bei 13 Euro für 30 Downloads pro Monat. Ein Download kostet dabei 43 Cent. Mit den neuen ?Connaisseur?-Angeboten soll es den Usern ermöglicht werden bis zu 300 Mp3s pro Monat für knapp 57 Euro herunterzuladen. Ein Download würde dann nur noch mit 19 Cent zu Buche schlagen. Aktuell nutzen mehr als 300.000 Abonnenten den Service von eMusic.

Bedingt durch die Preispolitik liegt bei eMusic die Gewinnspann pro Download für die Labels generell unter der Marge, die mit einem einzelnen File bei anderen Anbietern wie iTunes erzielt werden kann. Durch die Erweiterung des Angebots sehen einige Labels offensichtlich ihre Felle davon schwimmen. Sechs Labels, die lieber anonym bleiben wollen, drohen mit Rückzug, sollte eMusic nicht die Preise je Download und damit auch die Rendite für die Labels erhöhen.

eMusic in Person von Geschäftsführer David Pakman hält dagegen und führt ins Feld, dass die meisten eMusic-User ihr monatliches Kontingent nicht ausschöpften. So könne eMusic pro Monat und Kunde 6 Dollar an die Labels weitergeben. Bei iTunes hingegen würden im Schnitt pro Kunde lediglich zehn Songs gekauft, was im Vergleich mit eMusic eine geringere Garantiesumme einbrächte, so Pakman gegenüber Reuters.

Einmal mehr geht es in der Musikindustrie ums liebe Geld, DRM spielt in dieser Diskussion keine Rolle. Offensichtlich ist aber die Marktmacht von iTunes inzwischen so angewachsen, dass viele Labels die dort geforderten 99 Cent pro Download als Mindestpreis für MP3s erachten und alternativen Angeboten lieber den Rücken kehren. Angesichts eines jüngst mit Myspace und dessen Mp3-Dienstleister Snocap abgeschlossenen Vertrags könnten die Indies mit ihrer Drohung auch nur ein wenig mit den Muskeln gespielt haben. (fs)

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