Lady Gaga und ich

Der Funk-Exzentriker Snax über seine Begegnung mit Lady Gaga in Berlin

Der Exil-New Yorker Snax (Foto: rechts unten) lebt und arbeitet seit einigen Jahren in Berlin. Dort erlebte er am Dienstag eine besondere Nacht mit Lady Gaga, zuerst ihr Konzert, anschließend ihre After-Show-Party. Im Tonspion schreibt Snax über seine Eindrücke von einer rauschenden Nacht mit dem größten Superstar unserer Zeit.

Ich bin ein echter Gaga Fan und hatte nie Angst, das zuzugeben. Nachdem ich sie jetzt live gesehen habe, stehe ich noch fester zu meiner Überzeugung. Es ist lange her, dass mich ein Popstar so begeistert hat, aber Miss Gaga zieht auch live alle Register: die überdimensionalen Projektionen, das super ausgeklügelte Bühnendesign, zahllose Kostümwechsel und eine großartige Choreographie, ganz zu schweigen von der Musik. Ja, sie kann spielen und, verdammt ja, sie kann singen und gute Songs schreiben.

Besonders bemerkenswert war der Moment, als sie sich ans Klavier setzte, worauf ich mich ganz besonders gefreut hatte. Zwischen “Brown Eyes” und “Speechless” erzählt sie einmal mehr die Geschichte, dass sie nicht eben beliebt gewesen sei in der Highschool (etwas, was sie offenbar immer noch sehr beschäftigt), während sie gleichzeitig nur mit einem Lederbikini und Ketten bekleidet da sitzt. Im nächsten Moment steht sie schon wieder auf der Klavierbank, bückt sich, die Haare fallen übers Gesicht und spielt mit ihrem rechten Stöckelschuh kryptische Halbtöne auf der Tastatur... immer und immer wieder. Man kann sich der Gaga-Welt unmöglich entziehen.

Sie ist mehr als ein Phänomen. Britney Spears war sicherlich genau so populär, ohne aber jemals nur ansatzweise mein Interesse zu wecken. Britney ist nur ein Cheerleader für mich, während Lady Gagas Werk smart, sexy, grell und bombastisch ist. In einem Wort: FUN! Und man erinnert sich gerne an Spaß.
Sie ist der modernste aller Superstars, dem es nicht das Geringste ausmacht, dass all ihre “kleinen Monster”, wie sie ihre Fans nennt, jeden einzelnen Schritt von ihr fotografieren und direkt ins Internet posten. Sie weiß, dass das ihrem Profil nur nutzt, an dessen Entwicklung sie so hart gearbeitet hat.

Später am Abend traf ich sie bei ihrer quasi-exklusiven Aftershow-Party in einem berühmten-berüchtigten Berliner Schwulensexclub bei der ich Platten auflegte. Was ich da kennenlernen konnte, war ein junges talentiertes Mädchen, die nun auf dem Gipfel der Welt steht und die trotzdem offenbar nichts lieber tut, als mit ihren Fans zusammen zu feiern und ihnen ganz offen das zu geben, was sie wollen. Was in diesem Fall hauptsächlich mit ihr reden und ein Foto machen bedeutete. Ich fragte mich die ganze Zeit, wie ich sie ansprechen sollte. Aber das war gar nicht nötig, weil sie mir sofort ihre Hand entgegenstreckte, als ich da herausgeputzt in meinem Bühnenglitzerfummel vor ihr stand – womit ich bei dem typischen modischen Understatement der Berliner selbst an diesem Abend ziemlich auffiel. (Come on, it's f'in Gaga. Lasst es doch mal krachen!)
Ich stellte ihr die ziemlich dumme Frage: “Also wann kommt dein neues Album?”. Sie zeigte nur hinter mich und sagte: “Gott, diese Lesben da sind so sexy!” Eine perfekte Antwort, das Eis war gebrochen. Ich war stolz, ihr meine letzten beiden Alben in die Hand drücken zu können und ich hoffe, ich kann ich kann sie nur halb so sehr damit begeistern, wie sie mich an diesem Abend.

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Snax neues Album "Special Guest Star" erscheint offiziell am 21. Mai 2010. Vorab ist es exklusiv bei Beatport als Download zu haben. Record-Release-Party mit Snax & DJ Massi am 18.5.2010 bei Headache im Bang Bang Club Berlin. Welche Special Guest Stars dort auftauchen werden, steht noch nicht ganz fest.

Snax im Netz: World of Snax

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