Londoner Club Fabric von Behörden geschlossen

Entzug der Lizenz wegen Drogentoten

Einer der legendärsten Technoclubs Europas, das Londoner Fabric muss seine Pforten schließen. Grund: zwei Teenager hatten zu viele Drogen genommen und waren in der Folge gestorben. Damit verliert das Londoner Nachtleben eine Institution.

Fabric London (1999-2016)

Das Fabric gehört neben dem Berliner Berghain zu den legendärsten Technoclubs Europas und war seit 1999 der Nabel des Londoner Nachtlebens.

Partydrogen gehören in vielen Clubs seit Jahrzehnten mit dazu. Und einige übertreiben es maßlos, mischen alle möglichen Substanzen und riskieren damit ihre Gesundheit. Im Juni und im August diesen Jahres waren zwei Teenager nach einer langen Nacht in der Londoner Fabric an einem Drogencocktail gestorben.

Auf Empfehlung der Polizei ist dem Club nun die Lizenz entzogen worden, da die Kontrollen am Einlass nicht ausreichend gewesen seien und auf dem Gelände des Clubs ganz offen konsumiert worden sei. Bleibe der Club geöffnet, riskiere man weitere Tote, so das Argument der Behörden. Das ist ungefähr so, als würde man das Autofahren verbieten, weil es voraussichtlich weitere tödliche Unfälle im Straßenverkehr geben wird. 

Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, hatte den Club vehement verteidigt und sich klar gegen eine Schließung ausgesprochen: 

"London's legendäre Clubszene ist ein wesentlicher Teil unserer kulturellen Landschaft. Mein Team hat mit allen Beteiligten über die aktuelle Situation gesprochen und ich dränge darauf, dass eine vernünftige Lösung gefunden wird, die einerseits sicherstellt, dass der Club offen bleiben kann und gleichzeitig die Sicherheit derjenigen gewährleistet, die das Londoner Nachleben genießen möchten."

Sein Aufruf blieb bei den zuständigen Behörden offenbar ungehört. Dem Club wurde die Genehmigung dauerhaft entzogen.

Wer Drogen nehmen will, kann und wird das jederzeit tun, vor dem Feiern, nach dem Feiern. Ganz egal, wann und wo. Der Konsum entzieht sich jeder Kontrolle. Man kann alle Clubs schließen, Drogen werden weiterhin genommen.

Statt vor Ort Prävention und Aufklärung über Wirkung und Zusammensetzung und vor allem über den gefährlichen Mischkonsum von Drogen zu betreiben, wie es viele Experten seit Jahren fordern, wird nun ein Club geschlossen, der weder Drogen verkauft noch für das Verhalten seiner Gäste verantwortlich gemacht werden kann. Das ist ein ungeheuerlicher Skandal, der hoffentlich im restlichen Europa keine Schule macht.

Man könnte mit dieser fadenscheinigen Begründung jeden Club auf diesem Planeten schließen und gäbe vermutlich keinen einzigen Drogentoten weniger. So tragisch die Ereignisse im Fabric auch sind, das hätte in jedem Club passieren können. Eine Schließung des Clubs ist die falsche Konsequenz und ein herber Verlust für London. Eine Petition gegen die Schließung mit über 150000 Unterzeichnern hatte keinen Erfolg. 

Viele DJs und Fans des Clubs sind entsetzt über die Schließung einer Institution. 

Since 1999; 6 accidental deaths in Fabric. Since 1999; 108 people have died while held in custody by London Metropolitan Police.

— Dave Haslam (@Mr_Dave_Haslam) 7. September 2016

For 15 years i was priviliged to be part of greatest underground club in the world ,,i am lost for words right now ,,#FabricReview

— dj hype (@DJHYPE_PLAYAZ) 7. September 2016

So 150,000 voices can't even be heard. We had no chance. #fabricreview

— Friction (@friction) 7. September 2016

Fabric nightclub: closed to stop drugs, which shouldn't be illegal, being taken by young people, who will continue to take them anyway.

— Stig Abell (@StigAbell) 7. September 2016

r.i.p. #Fabric , had some amazing experiences there

— Hudson Mohawke (@HudMo) 7. September 2016

Well, at least now this Fabric disco is gone that's the drugs solved.

— barney farmer (@barneyfarmer) 7. September 2016

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