LSD und freie Liebe

Pop-Barde Donovan legt seine Autobiographie vor – Geschichten vom prallen Leben
Wenn wir an Donovan denken, haben wir oft das Bild des in der Wiese sitzenden, von grenzenloser Liebe durchfluteten Hippies vor Augen, der bis an den Rand zugekifft mit leicht brüchiger Stimme von merkwürdigen Begebenheiten singt und sich dazu an der Wandergitarre mit wohlklingenden Akkorden selbst begleitet.

In Wahrheit dürfte Herr Donovan dann wohl doch etwas pragmatischer zu Werke gegangen sein. Zumindest offenbart die dieser Tage erschienene Autobiographie ?The Hurdy Gurdy Man? einige pikante Details und darum geht es in derlei Werken ja dann auch wohl vornehmlich.
Da wäre einmal ?Jennifer Junniper?, das auf keinem Time-Life ?Das waren die wilden 70er?-Sampler fehlen darf. Den Song, erzählt Donovan, habe er eigens für George Harrisons Schwägerin geschrieben. Um sie rumzukriegen, wohlgemerkt. Was dann auch wohl gelungen sein dürfte, sonst würde Janet Maslin in ihrer in der New York Times erschienenen Buch-Kritik wohl nicht von einer der erfolgreichsten musikalischen Verführungen jemals sprechen.

Ein Mann jedenfalls, der LSD nahm und von ?Love, Love, Love? sang, bevor die Beatles gegründet waren und noch vor Dylans legendärem E-Gitarren-Auftritt beim Newport Folk Festival Folk-Rock spielte, hat einiges zu erzählen, etwa was genau das Manifest der Bohemians ist.

Manchmal habe er sich einfach zu ernst genommen, schreibt Donovan. Davon, dass das auch heute noch der Fall ist, zeugen die unfreiwillige komischen Einsichten, die er seinen Erfahrungen mit Marihuana verdankt. Hier eine kurze Kostprobe: ?Giggles and uncontrolled laughter are often signs of the natural relief that comes from letting go of the conditioning society forces on us?. Danke Donovan.

Wer aber immer schon wissen wollte, wie Parties ablaufen, auf denen die Doors auf der Gästeliste stehen, oder wie es so ist, mit den künftigen Led Zeppelin zu Ehren eines indischen Gurus zu jammen, der sollte zugreifen (oder besser: loslassen) und sich über die Weihnachtsfeiertage in die späten 60er beamen.

Donovan Leitch: ?The Autobiography of Donovan: The Hurdy Gurdy Man? ist bereits erschienen.

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