Major-Labels unter Verdacht der Preisabsprache

Meistbegünstigung bei Musikabodiensten verzerren den Wettbewerb
"Preisabsprecher sind Verbrecher!" Auch in der Musikindustrie soll dieser Grundsatz gelten, fordert der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer. Seiner Forderung ließ er vergangene Woche auch gleich Taten folgen: Die vier Major-Labels Universal, Warner, EMI und Sony-BMG erhielten Vorladungen.

Stein des Anstoßes sind die Verträge zwischen Musikaboservices wie Napster, RealNetworks und Yahoo einerseits und den großen Labels andererseits. Diese, so Spitzer, enthielten immer wieder Meistbegünstigungsklauseln auf der Anbieterseite.

Zur Erklärung: Die Meistbegünstigung wird gerne von Großhandelsketten eingesetzt, um sich die günstigsten Großhandelspreise zu sichern. Auf Online-Musikangebote angewandt, gewähren solche Klauseln dem jeweiligen Label die selben Bedingungen, die auch anderen Mitbewerbern angeboten werden. Das heißt: Verhandelt eines der Major-Labels bessere Bedingungen für sich aus, ist der Abodienst vertraglich dazu verpflichtet, diese Bedingungen auch allen anderen Labels anzubieten.

Spitzer hält die Meistbegünstigung für eine ?signifikant den Wettbewerb verzerrende Preispraktik?. Jonathan Potter, Chef der Digital Media Association, sieht das ähnlich: Gegenüber dem Wall Street Journal meinte er, dass solche Klauseln ganz grundsätzlich die Preise erhöhen und den Wettbewerb verzerren. Auf der Strecke bleiben wieder einmal die Konsumenten, die den jeweils höchstmöglichen Preis zu bezahlen haben. (md)

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