Mashups und ziviler Ungehorsam

Der Tonspion Wochenrückblick

Netz-Aktivisten machen gegen die Musikindustrie mobil, MP3tunes bietet unbegrenzten Speicherplatz für Musiksammlungen im Netz und finnische Informatikstudenten bringen die Luftgitarre zum Klingen.

Mashups - Songs die aus zwei oder mehreren Quellen zusammen gemischt werden - zeigen nicht nur kreative Möglichkeiten des Umgangs mit Musik auf, sondern sind häufig auch musikalische Glanzstücke. Der Musikindustrie sind die vorwiegend von Fans zu nicht kommerziellen Zwecken hergestellten Mixes wegen fehlender Lizenzen jedoch ein Dorn im Auge. Vergangene Woche mussten die Mashup-Künstler Dean Gray ihre Soundcollage "American Edit", die das Green Day-Album "American Idiot" mit einer Vielzahl von musikalischen Quellen kreuzte, vom Netz nehmen. In einem Akt zivilen Ungehorsams soll das Werk nun dennoch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Am Dienstag, den 13. Dezember, wird das Album im Rahmen des "Dean Gray Tuesday" auf mehreren Websites zum Download angeboten. Die Aktion lehnt sich an den mittlerweile legendären "Grey Tuesday" aus dem Jahr 2004 an. Damals wurde das von der Musikindustrie ebenfalls torpedierte "Grey Album" des DJs Danger Mouse, ein Mashup aus Jay Zs "Black Album" und dem "White Album" der Beatles, auf mehr als 170 Sites zum Download bereitgestellt und fast 150.000 Mal herunter geladen.

Unbegrenzten Speicherplatz für Musik im Netz verspricht das neue Projekt des MP3.com-Gründers Michael Robertson. Im MP3tunes "Locker" können Musikfiles abgelegt und über das Netz abgehört werden. Die kostenlose Variante der virtuellen Musikbibliothek ermöglicht das Streaming der Musikdateien mit einer Geschwindigkeit von 56k. In der kostenpflichtigen Version, die mit rund 40 US-Dollar im Jahr zu Buche schlägt, erreicht 128k an Streaming-Geschwindigkeit und bietet darüber hinaus ein Backup-Feature und die Möglichkeit die Musikbibliothek mit mehreren Rechnern zu synchronisieren.

Finnische Informatikstudenten haben ein System entwickelt, dass die Luftgitarre zum Klingen bringt. Dabei werden die Handbewegungen der Luftgitarristen mit einer Kamera verfolgt und von einem Computerprogramm mit passenden Tönen unterlegt. Nicht zuletzt um akustische Grausamkeiten zu verhindern, bleiben die musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten auf ausgewählte Akkorde und Töne beschränkt. (dax)

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