Mercury Prize: Skepta gewinnt den wichtigsten britischen Musikpreis

Radiohead, Bowie und Anohni in die Schranken verwiesen

Obwohl die Shortlist des Mercury Prize 2016 nur so vor großen Namen wimmelte, gewann mit Skepta am Ende doch der Underdog. Außerdem erwies Michael C. Hall mit seiner Version von "Lazarus" David Bowie die Ehre.

Am 15.09 wurde der diesjährige Mercury Prize in London verliehen. Seit 1992 zeichnet der Preis jährlich das beste britische Album der letzten 12 Monate aus.

Dieses Mal überraschte die Jury mir ihrer Auswahl sehr. Obwohl auf der Shortlist Namen wie David Bowie mit "Blackstar", Radiohead mit "A Moon Shaped Pool" und Anohni mit "Hopelessness" standen, gewann überraschend der Grime-Rapper Skepta mit seinem Album "Konnichiwa". Damit ist er erst der zweite Grime MC, der den Preis jemals erhalten hat. Der erste war Dizzee Rascal der 2003 mit seinem Album "Boy in da corner" den Electro-Hip-Hop aus London entscheidet geprägt hat.

Skepta selbst konnte gar nicht fassen, dass sein Album tatsächlich von der Jury ausgewählt wurde und widmete den Preis seinen Eltern, nachdem ihn auf der Bühne kurz die Sprachlosigkeit überfallen hatte.

"Is this happening? I don't know whats going on!"

Das Preisgeld von 25.000 britischen Pfund,  möchte der Rapper vollständig an benachteiligte Kinder spenden, erzählt er in einem Interview mit der BBC.

Der musikalische Höhepunkt des Abends war die Performance von Schauspieler Michael C. Hall (Dexter), der zusammen mit der Lazarus House Band und Henry Hey "Lazarus" vom letzten David Bowie Album "Blackstar" spielte. Es ist der Titelsong des "Lazarus"-Musicals, für das Bowie Texte und Musik geschrieben hatte und das kurz vor seinem Tod in New York Premiere feierte. Im Oktober kommt das Musical nach London und Hall wird darin eine Rolle übernehmen.

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