Metallica und Red Hot Chili Peppers gegen Downloads

Nachdem die Musikbranche in freudiger Erwartung bald Umsätze durch kostenpflichtige Downloads machen will, schießen nun zwei etablierte Bands quer. Metallica und die Red Hot Chili Peppers sehen in Downloads den Niedergang des Albums und wollen daher grundsätzlich keine einzelnen Stücke als Downloads lizenzieren.

Bereits mit ihren Aktionen gegen die erste massenhaft verbreitete Tauschbörse Napster outeten sich Metallica als konservative Geister, die selbst nicht davor zurückschreckte ihren Fans massiv zu drohen. Jetzt geht die Band um Lars Ulrich noch einen Schritt weiter und will sogar gegen die legalen Download-Services vorgehen, die eigentlich die Zukunft für die von Existenznöten geplagte Musikindustrie einläuten sollten. Erst kürzlich hatte Steve Jobs mit dem Apple iTunes Music Store das erste Angebot auf den Markt gebracht, das Hoffnung auf neue Geldquellen aufkeimen ließ.

Doch sowohl Metallica als auch die Red Hot Chili Peppers sehen in einzelnen Downloads die Gefahr, dass das Album-Format in die Bedeutungslosigkeit gerät. "Wir können uns nicht von einem Händler diktieren lassen, in welcher Weise unsere Künstler ihre Musik verkaufen", so das Management der beiden Bands. Apple sieht zwar Downloads kompletter Alben vor, doch nur von solchen Künstlern, die ihre Songs auch einzeln anbieten. Und das hatte das Management der beiden Rock-Oldies strikt abgelehnt. Ein herber Dämpfer für die Bemühungen von Steve Jobs alle Plattenfirmen und alle Bands mit einem einfachen und vor allem einheitlichen System in seinem Download-Shop anbieten zu können.

Auch hierzulande sind die Bemühungen um ein deutsches Download-Portal vorläufig im Sande verlaufen, da man sich wiederum nicht auf einen technischen Provider einigen konnte. Und selbst wenn eine Einigung möglich wäre, sieht es momentan so aus, als müsse man sich anschließend mit Musikern herumschlagen, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollen, weil es ihnen mit dem bisherigen System anscheinend sehr gut geht. Doch davon gibt es nur sehr wenige. (ur)

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