Microsoft und MTV vereint gegen Apple

Urge soll iTunes Konkurrenz machen

Während Apple mit seinem iTunes Music Store einen Coup gelandet hat und im Downloadgeschäft der Konkurrenz meilenweit davon geeilt ist, holt sich Bill Gates jetzt mächtige Verbündete ins Boot. Mit Hilfe des TV-Senders MTV und den Hardware-Herstellern Toshiba und LG Electronics soll Apple nun Druck gemacht werden.

Konkurrenz belebt bekanntermaßen das Geschäft. Und das kann eigentlich nur gut sein. Außer in Deutschland, wo Apple derzeit noch von der T-Online-Tochter Musicload in Schach gehalten wird, hat sich Apple zum unangefochtenen Welt-Marktführer in Sachen Digitale Downloads aufgeschwungen mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent. Nicht nur, dass Apple viel schneller als alle anderen ein schlüssiges Konzept für den Online-Verkauf von Downloads hatte, auch die nahtlose Kette von Online-Musikshop, Software und Hardware brachte Apple Mitte 2005 unter die Top 10 der größten US-Musikhändler und das mit den vermeintlich unbeliebten Pay-Downloads.

Microsoft sah mit seinen bisherigen Versuchen, im Musikbusiness Fuß zu fassen extrem schlecht aus. Doch inzwischen hat man den Ernst der Lage wohl begriffen und setzt zum konsequenten Gegenschlag an. Mit dem altbewährten "Me Too"-Rezept: was andere erfolgreich eingeführt haben, noch perfekter zu kopieren. So möchte man mit URGE einen eigenen Musikshop an den Start bringen. Das kündigten Bill Gates und MTV Manager Van Toffler mit freundlicher Unterstützung von Aushängeschild Justin Timberlake auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas an.

MTV soll für Reichweite sorgen und musikaffine Kids in den Shop lotsen und die Hardware-Hersteller Toshiba und LG Electronics sollen schließlich endlich einen Audioplayer entwickeln, der dem Apple iPod das Wasser reichen kann. Denn nach wie vor scheitern die meisten Versuche daran, dass auf dem iPod keine Microsoft-Audiodateien abspielbar sind. Ein großes Handicap, wenn man sich die enorme Verbreitung des Apple-Players vor Augen führt. Anders als Apple möchte Microsoft auf Urge aber auch Abomodelle anbieten, so dass Musik gegen eine monatliche Gebühr unbegrenzt abrufbar sein soll, allerdings nicht für den Download. Dafür fallen dann voraussichtlich, wie bei Napster, weitere Gebühren an.

Schmerzen dürften die Pläne vor allem den bisherigen Microsoft Partner Real Networks, der durch die Pläne zur Bedeutungslosigkeit verdammt sein könnte. Ob Microsoft mit seinem Angebot nicht viel zu spät auf den Markt kommt, wird spannend zu beobachten sein. (ur)

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