Mit harter Hand gegen illegale Downloads

Der Tonspion Wochenrückblick
Eine amerikanische Studie hat herausgefunden, dass Erziehung unerwartete Folgen im Umgang mit dem Internet zeitigt. Der Musikindustrie geht es auch Mitte des Jahres 2007 schlecht. So schlecht, dass sie Nine Inch Nails-Fans übervorteilt und sich in Österreich Hoffnungen macht, mittels Vorratsdatenspeicherung Zugriff auf illegale Downloader zu bekommen. Die Woche im Überblick.

Schlagerstar Nena mag mit ihrer Neuen Schule Hamburg einen anderen Weg gehen. In den USA will eine Studie der BSA (Business Software Alliance) herausgefunden haben, dass eine strengere Erziehung mit klaren Regeln, Kinder davon abhält, illegal Software und Musik aus dem Netz zu laden. Immerhin 48% aller Befragten gaben an, Angst vor Ärger mit den Eltern halte sie von illegalen Downloads fern. Kinder, deren Eltern klare Regeln definierten, verbringen weniger Zeit im Netz, kaufen weniger online und ziehen weniger Musik illegal aus dem Netz. Vielleicht investiert die Musikindustrie demnächst großflächig in Erziehungsprogramme, um die Zahl der illegalen Downloads einzudämmen und Geld in die Kassen zu bekommen.

Eine andere, weit simplere Möglichkeit ist, CDs einfach noch teurer zu machen. Laut einem Bericht auf mediabiz.de mussten Trent Reznor und die Nine Inch Nails diese Erfahrung machen. Auf einem Tourstopp in Australien musste Reznor feststellen, dass man für sein neues Album "Year Zero" in Australien knapp 22 Euro berappen muss. Absurd ist das Wort, das Reznor in diesem Zusammenhang gebraucht. Auf Nachfrage bei seiner Plattenfirma Universal erhielt er die Antwort, seine Band verfüge eben über eine solide Fanbase. Wahre Fans würden jeden Preis bezahlen. Universal-Mitarbeiter haben seitdem schlechte Karten, bei Herrn Reznor auf die Gästeliste zu kommen.

Die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung zieht weite(r) Kreise. Heise.de berichtet, dass in Österreich Vertreter der Phonoindustrie und weitere Rechteverwerter einen Einsatz der Daten zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen fordern. Eine Forderung, die wir hier besser unkommentiert lassen.

Zum Schluss noch ein Hinweis auf die Liste der 25 größten Flops der jüngeren Popmusikgeschichte. Das Magazin Spinner.com präsentiert in seiner Liste so klangvolle Namen wie Green Day, Bob Dylan, die Spice Girls und Britneys Ex Kevin Federline. Die Summe, die bei der Produktion dieser Alben in den Sand gesetzt wurde, muss gigantisch sein, absurde Forderungen wie in Österreich rechtfertigt sie noch lange nicht. (fs)

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